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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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48sind in Seide, die Armen in blauem oder schwarzemRock mit einer Falge gekleidet. Die Männer trageneinen Turban, eine kurze Jacke und weite Hosen. ImGürtel stecken ein paar Pistolen und ein Dolch. An derSeite hängt ein mit Gold und Silber verzierter Säbel.Den Nachmittag sah ich den Leichenzug eines schisma-tischen Griechen, der vornehmen Klasse angehörend. Der-selbe war sehr imposant; vorauf schritt ein Trauermar-schall mit seinem Stabe, dann folgten sehr viele Popenmit ihrem Bischofe, alle in reiche, golddurchwirkte Ge-wänder gehüllt, schwarz umflorte brennende Fackelntragend. Zwei Popen trugen fünffach brennende Kerzen,die in einem Bündel zusammengebunden waren. DiePopen sangen Trauerlieder; hinter dem Bischofe folgtendie Träger mit der Leiche in einem schwarz und weißverzierten Sarge. Den Zug schloß eine große MengeVolkes und mehrere Equipagen. An einer Straßeneckestand der Leichenwagen bereit, der Sarg wurde hinein-geschoben, der Bischof verrichtete noch einige Gebete undder Trauerzug löste sich auf. Während die Geistlichkeitauf der Straße ihre Amtskleider ablegte, steckte sie schondie Pfeifen in den Mund und Alles lief bunt durch-einander, während der Wagen in scharfem Trabe mitder Leiche allein nach dem Kirchhofe fuhr. Auch hattenwir hier Gelegenheit, das Leichenbegängniß eines armenArabers zu sehen. Zuerst kamen ungefähr 200 Araber,Arm in Arm zu dreien hintereinander, nach einem Taktspringend, tanzend und singend. Dann folgte die Leicheauf einer von vier gleichfalls springenden Trägern ge-tragenen Bahre. Der Todte war nur mit einem durch-