Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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46zwei Beduinen ziehen an den Händen, während derDritte von hinten den Nachschub gibt, und so geht esfort. 2025 Minuten gebraucht man zum Auf= undAbsteigen und kostet à Person 5 Francs, ohne Trinkgeld(Backschisch). Ein Mitglied der Karawane wurde aufzwei Drittel der Höhe von mehreren Beduinen in eineHöhle gezogen, um dort, wie es den thatsächlichen An-schein hatte, beraubt zu werden. Nur mit vieler Müheund mit vielen Versprechungen gelang es demselben, sichihren Händen zu entwinden und wieder unten zu derübrigen Gesellschaft zurückzukommen. Da hieß es aberMa=Fisch, d. h.kein Trinkgeld. Neben der größtenPyramide steht die Sphinx, wovon blos der beschädigteKopf noch zu sehen ist, der einen so kolossalen Umfanghat, daß einem ganz unheimlich zu Muthe wird. Inder Nähe der Pyramiden sind einige Gräber der Königeblosgelegt und die Führer zeigten uns mehrere halbver-witterte menschliche Gebeine. Nachdem ich einige Schau-münzen, die hier ausgegraben wurden, gekauft, tratenwir den Rückweg nach Kairo an. Erschöpft von derHitze des Tages und dem anstrengenden Reiten warenwir froh, etwas von dem grünlichgelben aber klaren Nil-wasser trinken zu können. Der Nil hatte, wo wir über-fuhren, eine Breite, wie hier der Rhein bei mittleremWasserstand. Es war 4 Uhr Nachmittags, als wir wie-der in Kairo ankamen, besahen aber noch die Haupt-straßen, mehrere große englische und französische Hotels,die Promenaden 2c. Mehrere Straßen waren oben mitMatten verdeckt, was eine angenehme Kühle verursachte.Dann besuchten wir den Bazar mit seinen schönen, nach