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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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45Nachdem wir unser Gebet verrichtet, um den Ablaß zugewinnen, nahmen wir einige Steine von der Grotte alsAndenken mit. Dann besuchten wir die in der Nähebefindliche Kapelle der Franziskaner, welche von einemPater und einem Bruder bedient wird. Von hier rittenwir nach dem Nil und schifften uns sammt unseren Reit-thieren in einem großen mit Segel versehenen Boot ein,fuhren an der Insel Runda vorbei, der Residenz desVizekönigs und wo Pharao's Tochter den Moses ausdem Wasser gezogen, und gelangten so zum jenseitigenUfer. Hier angekommen ritten wir durch liebliche Pal-menwälder, um die Pyramiden von Gizeh zu besuchen.Nach einem Ritt von etwa drei Stunden, wobei unsder Kukuk mit seinem Gesang erfreute, kamen wir inGizeh an. Es waren schon mehrere Engländer mit ihrenDamen da. Die Pyramiden machen einen ganz eigen-thümlichen Eindruck. So wie wir das letzte Palmen-wäldchen hinter uns hatten, glaubten wir dieselben voruns zu sehen, mußten aber noch eine ganze Stunde reiten.Am Fuß der Pyramiden angekommen, schienen diePersonen, die schon oben waren, mit unbewaffnetemAuge gesehen, nur 2024 Zoll groß. Die Pyramidensind jetzt nur 450 Fuß, früher sollen sie über 800 Fußhoch gewesen sein. Der durch den immerwährendenWind angehäufte Flugsand hat den Fuß der Pyramidenbegraben. Auch wir bestiegen diese Gräber der Königeund ließen uns von drei Beduinen heraufziehen. Es isteine halsbrechende Arbeit und geschieht dieselbe auf fol-gende Weise. Man setzt den einen Fuß auf die unge-fähr drei Fuß hohen, aufeinander gethürmten Steine,