40und nach Constantinopel die größte Stadt im türkischenReiche ist, nahmen wir einen Wagen und fuhren nachdem Hotel Olivè, welches uns empfohlen war. Hiermußten wir für eine Flasche schlechten Weines, etwasKäse von Eselsmilch und etwas Brod 20 Francs bezahlen.Wir begaben uns nun zum Kloster der Franziskaner, wowir aber, wie wir wußten, nicht wohnen konnten, weilder Hochw. Bischof von Alexandrien im Sommer dortseinen Wohnsitz hat. Wir fanden dort drei deutschePatres, Pater Deo Gratias, Pater Bernhard und PaterMeinardus. Die beiden Letztern waren früher im Fran-ziskaner=Kloster zu Düsseldorf, sowie auch ein Bruder(Joseph —). Pater Deo Gratias hatte die Güte undbrachte uns in ein anderes Hotel, welches mit dem erstengleichen Namen führte und daher von uns verwechseltworden war. Theuer, recht theuer war auch hier dasLeben, und daneben fehlte auch noch die Reinlichkeit.Das Pfund Rindfleisch kostete hier nach unserm Geldegerechnet über 20 Sgr. Das ganze Stadtviertel, worindas Hotel lag, glich einer Festung. Alle Gassen, welchehier nur 5—6 Fuß breit sind, werden Abends mit einemstarken Thore abgeschlossen. So glich auch jedes Hauseiner kleinen Festung. Dieselben sind sehr hoch, so daßdas Sonnenlicht in den meisten Gassen und Straßennicht kommen kann. Es ist aber auch nicht nöthig, dennheiß ist es doch noch genug. Auch wurde ich hier rechtlebhaft an den Gichtbrüchigen erinnert, der vom Dacheaus zu den Füßen des Herrn herabgelassen und vonIhm geheilt wurde. Denn hier sind die Dächer so ein-gerichtet, daß man darauf spazieren und einen Theil des
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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