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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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32sorten zu haben. Auf den Straßen wogten durcheinanderGriechen, Türken, Engländer, Franzosen und Deutsche 2c.in bunter Nationaltracht. Wir besahen die Kirche derGriechen mit ihren schönen Oelgemälden auf Goldgrund,größtentheils Figuren darstellend, wovon nur der Kopfgemalt, und die übrigen Theile des Körpers mit echtsilbernen Gewändern bekleidet sind. Griechische Popenund Juden sind hier sehr zahlreich. Die Engländer warenbeschäftigt, die Festungswerke, welche im Stern gebautund sehr stark sind, zu schleifen; auch schifften dieselbensämmtliches Kriegsmaterial, Kanonen 2c. ein, da die Inselin einigen Tagen an Griechenland abgetreten werdensollte. Das Gouvernementsgebäude, auf dessen Zinnendie englische Flagge wehte, ist im byzantinischen stylegebaut, liegt am Meer und macht einen guten Eindruck.Der Hafen war voll von Kriegs= und Dampfschiffen,italienische, englische, österreichische und türkische, letzteremit dem Halbmond in der Flagge. Das Ganze glicheiner großen Kriegsflotte. Etwas außerordentlich Lächer-liches habe ich in Korfu gesehen. Die Heildiener vulgoQuacksalber hatten bemalte Schilder, welche darstellten,wie dem Einen die Zähne ausgerissen, dem Andern zurAder gelassen, einem Dritten ein Bein oder Arm abge-nommen wird. Die Bilder waren so scheußlich und dieDarstellung so grausenerregend, daß mir das Wasser indie Augen kam. Man denke sich ein paar robuste Männer,den Patienten festhaltend, während Andere, mit Brech-und Schneide=Instrumenten versehen, herbeieilen, um demHeildiener hülfreich zur Seite zu stehen. O weh demarmen Patienten, der solchen Dienern Aeskulaps in die