Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
25
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25dem Hemde bekleidet und bis zur Brust naß auf unszu und ruft in der größten Verzweiflung:Herr, retteuns, denn wir gehen zu Grunde, das Schiff steht dreiFuß hoch voll Wasser. Er war ein Passagier der Vor-kajüte, die schon unter Wasser stand. Andere schrieen,die Maschine ist entzwei (was sich aber später alsein Irrthum erwies). Nun entstand ein ängstlichesHülferufen und doch konnte kein Mensch retten. AlleMatrosen werden an die Pumpen gestellt, denn wenndas Wasser in die Maschinenkammer gedrungen wäre,so wären wir alle unrettbar verloren gewesen. In dieserverzweiflungsvollen Lage wagte ich's, alle Schwierigkei-ten bekämpfend und mich überall anklammernd, bis zumSchiffsarzt zu kommen, der in der Nähe des Capitainsstand und ebenfalls angebunden war. Ich fragte, obGefahr vorhanden sei, dann möge er es mir unumwun-den sagen, denn ich wollte nicht nur als Mann, sondernauch als Christ sterben. Durch Vermittlung des Arzteswurde mir die Antwort des Capitains:Ich bin nichtmehr Herr des Schiffes, machen Sie sich auf Alles ge-faßt. Mit vieler Mühe gelang es mir, wieder zu meinenbeiden Reisegefährten, dem Herrn Pfarrer Palm undHerrn Hermens, zurückzukommen, die mich ängstlich erwar-teten. Auf die Frage, wie es stehe, sagte ich: laßt unsbeten, und zwar so, als wenn unsere letzte Stunde ge-schlagen, und bat den Herrn Pastor Palm, welcher gleich-zeitig unser Pfarrer ist, mit uns die Sterbegebete zusprechen, was auch, so viel es die Umstände und dasSchwanken des Schiffes erlaubten, geschah. O, meinGott! mein Gott! Welche Angst! Welche Gedanken