24fest auf dem Verdeck, den Rücken gegen die Wand ge-stemmt, mit den beiden Händen hielt ich mich an demTreppengeländer fest und machte in dieser Stellung alleBewegungen des Schiffes mit. Die furchtbaren Wellengingen über's Verdeck und warfen Alles, was nicht be-festigt war, in's Meer. Verschiedene Kaufmannsgüterund auch die armselige Habe des Buchbinders wurdenüber Bord gespült. Der Sturm wurde immer heftigerund das Schiff krachte und seufzte in allen Fugen, sodaß ich befürchtete, es würde das Toben und Schlagender Wellen nicht aushalten. Mitunter kamen die vomSturme aufgepeitschten Wellen in einzelnen Tropfen gleicheinem Feuerregen auf das Schiff zurück. Zwischen demGeheul des Sturmes und dem Toben des Meeres hörteman das Commando des Capitains und das Schreiender Matrosen. Eine Planke am Vordertheile des Schiffeswar von der Gewalt der brandenden Wogen eingedrücktund weggerissen worden. Unter fürchterlichem Krachenfällt der Bugspriet. Eine Kanone, die sich von denübrigen Geschützen losgerissen hatte, vermehrte durch ihrHin= und Herrollen noch das Getöse. Die Rettungs-boote werden in Bereitschaft gesetzt. Im Salon rollendie zerbrochenen Gläser, Teller, Lampen u. s. w. buntdurch einander. 12½ Uhr wird der Sturm immer nochfurchtbarer und die Gefahr größer. Abermals laufendie Matrosen nach den Rettungsbooten, um dieselben imNothfalle sofort benutzen zu können. Am Steuer sindzwei Steuerleute und der Capitain auf der Brücke fest-gebunden. Plötzlich stürzte ein alter Mann, der zumzweiten Male die Reise nach Jerusalem machte, nur mit
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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24
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