Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
23
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Das Meer in seiner allgewaltigen Majestät war soruhig und so schön, und die Fahrt versprach, von gün-stigem Wetter begleitet, einen glücklichen Erfolg. Um12 Uhr beteten wir gemeinschaftlich in einer Kajüte, dieder Kapitain uns freundlichst zur Verfügung gestellthatte, den Rosenkranz von der schmerzhaften MutterGottes mit der entsprechenden Litanei. Diese gemein-schaftliche Andacht sollte täglich dreimal wiederholt wer-den, und übernahm der Senior der Karawane, HerrPfarrer Hennes, mit Freude, die betreffenden Gebetevorzubeten. Nach derselben frühstückten wir und speistenum 5 Uhr zu Mittag. Beim Diner wurden mehrereHerren, weil eine kleine Brise sich erhob, seekrank. Um8 Uhr Abends nahm ich eine Tasse Thee. Herr PastorPalm und ich waren allein im Pavillon, welcher aufdem Verdeck angebracht war und die zum Salon führendeTreppe umschließt. Die anderen Herren hatten Ruhein ihren Cabinet gesucht, welche mit dem Salon inVerbindung stehen. Die bereits erwähnte Brise steigertesich zu einem gewaltigen Sturme. Etwas später geselltesich Herr Hermens zu uns, so daß wir nun zu dreienwaren. Der Sturm wurde immer heftiger und dieWellen wälzten sich, wie schwarze oben mit Schnee be-deckte Berge auf das Schiff zu, so daß ich jeden Augen-blick glaubte, wir gingen zu Grunde. Bald stand dasgroße schöne Schiff auf dem Kiel, bald auf dem Steuer,bald lag der eine Radkasten unter Wasser, während dasentgegengesetzte Rad sich in der Luft bewegte. Nur mitder größten Mühe gelang es mir, nicht hin und hergeworfen zu werden. Ich saß auf einer Bank, die Füße