Druckschrift 
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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20nerbruder des 3. Ordens aus Schlesien und der andereein Buchbindergeselle. Diese wurden offiziell nicht zurKarawane gezählt, reisten aber mit, der Bruder auf Gottund gute Menschen rechnend, der Buchbinder dagegenverkaufte seine besten Kleider, um das Geld für die Ueber-fahrt zu erringen. Am Abend vor meiner Abreise beich-tete ich. Welche Gefühle heute Abend meine Seele er-füllten und wie innig ich gebetet habe für mich, undauch für die, welche sich meinem unwürdigen Gebete em-pfohlen, weiß Gott allein. Ich flehte recht herzinniglich,daß der Herr auf die Fürbitte der allerseligsten Jung-frau Maria und des heiligen Joseph meine Reise segnenund die frommen Gebete, die in meiner Vaterstadt vonder hochwürdigen Geistlichkeit und den vielen frommenFreunden daheim verrichtet wurden, erhören wolle, damitdie Reise glücklich beendigt werde.Den 5. März am Tage der Abfahrt von Triestdiente ich dem Herrn Pastor Palm die hl. Messe undempfing bei der Communion des Priesters den Leib desHerrn, gleichsam als hl. Wegzehrung zu der bevorstehen-den beschwerlichen Reise. Um 7 Uhr hatte die ganzeKarawane in der St. Antoniokirche und zwar in derTaufkapelle einen gemeinschaftlichen Gottesdienst. Dergeistl. Regierungs= und Schulrath Herr Dr. Schlünkeslas die hl. Messe und nach derselben hielt der geistlicheHerr von Schütz eine ergreifende Anrede, worin er denerhabenen Zweck der Pilgerfahrt nach Jerusalem hervor-hob, aber auch auf die großen Gefahren einer Seereisehinwies, wo wir nur durch ein paar schwache Plankenvom Tode getrennt, und das Schiff selbst mit unserm