19dem Meere, welches sehr ruhig war, spazieren. So eineFahrt ist ein wahrer Genuß und erfrischt ungemein.Es begegneten uns auf dem Wasser ein Dampfboot,welches von Venedig, und eins, welches von Alexandrienankam. Ich frug unter Andern den alten Steuermann,der das Boot dirigirte, ob er kein Mittel gegen dieSeekrankheit kenne, und ob er es mir nicht mittheilenwolle. Er antwortete: „Nach meinen Erfahrungen gibtes nur ein Mittel, ob es aber Jedem hilft, weiß ichnicht. Wenn Sie morgen auf See gehen, so setzen Siesich nicht und legen sich nicht gleich, sondern gehen Sieso lange, als es Ihnen möglich ist, auf dem Deck aufund ab, und trinken dabei ein gutes Glas Bordeauxdamit der Unterleib erwärmt wird und der Magen etwaszu thun hat.“ Diesen guten Rath habe ich auf meinerganzen Seereise befolgt und bin von der lästigen Krank-heit verschont geblieben. Mittags kam der zehnte Rei-sende Herr Baron von Borch=Briesenthal aus Schlesienan. Den Nachmittag besahen wir das Dampfboot „Vul-can“, dasselbe wurde geführt von dem Capitain AntonioGrabissich, einer der besten und erfahrensten See=Capi-taine der österreichischen Lloyd=Gesellschaft, und sollteauf diesem Schiffe morgen die Ueberfahrt nach Alexan-drien beginnen. Das Schiff lag unter meinem Fenstervor Anker und wurde mit Kaufmannsgütern aller Art,Hornvieh und Pferden befrachtet. Die Fahrt sollte fünfTage dauern. Es kamen auch noch zwei Reiselustige,die sich schon in Wien der Karawane anschließen wollten,zu uns, welche aber bereits durch Majoritätsbeschlußnicht zugelassen wurden. Der eine war ein Franziska-2*
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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19
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