Stelle auf der Brücke, wo der hl. Johannes von Nepo-muk, weil er das Beichtsiegel nicht verletzen wollte, indie Moldau geworfen wurde und so den Martyrtod er-litten hat.Ferner sahen wir die schöne Kettenbrücke über die2 Uhr machten wir dem hochw. HerrnMoldau. Um 111Cardinal Fürst=Erzbischof von Schwarzenberg unsereAufwartung. Wir wurden recht freundlich empfangen,der hohe Herr war sehr herablassend und unterhielt sichlange mit uns. Hochderselbe erkundigte sich besondersnach dem in Düsseldorf sich niedergelassenen Domini-kaner=Orden, Pater Lentz 2c., sowie auch nach dem Neu-bau des Klosters und der Kirche. Der Herr Cardinalgab uns einige Bilder zum Andenken mit und ertheilteder Karawane schließlich den Segen. Vom erzbischöf-lichen Palais begaben wir uns zum Kloster der Kapu-ziner, wurden aber von dem Pförtner sehr unfreundlichabgewiesen, und zwar in einer Art und Weise, die mitseinem Kleide durchaus nicht in Einklang zu bringenwar. Durch einen hinzukommenden Klosterbruder ließich dem Pater Superior meine Karte bringen, wodurches mir gelang, auf einige Minuten den Herrn zu sprechen.Er entschuldigte sich für den Bruder Pförtner damit, daßder Convent gleich zu Tische gehen müsse. Im Prämon-stratenserkloster war gerade Mittag und wir besahen unsnur die Kirche mit ihren schönen Bildern. Am Grabedes hl. Johannes von Nepomuk, wohin wir nun unsereSchritte lenkten, verrichteten wir unsere Andacht undflehten zu diesem großen Heiligen, er möge uns dochauf unserer Pilgerreise als ein mächtiger Schutzpatron,
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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