Druckschrift 
Jacobi's Garten zu Pempelfort : ein historischer Beitrag zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Künstler-Vereins 'Malkasten' ; nebst einem Plan des Gartens
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

aber doch meine Kinder, die sich unter dem Küsseneinander zuriefen: Kennst du mich noch? und du? unddu? Ja, du bist Dieser! und du bist Der! — Ichheiße Clärchen! und ich bin der Max! — Bruder undSchwester waren unterdessen auch herbeigekommen. Undnun zog der ganze Haufe hin zum alten Großvater, deräußerst gerührt war, und sich vor Freude nicht zu lassenwußte.„Meine Wonne nahm mit jeder Stunde zu. Seiteilf Wochen hatte ich weder Ruh noch Rast genossen,war, — Sie müssen mir ein Gleichniß verzeihenwie Orpheus von den Bachantinnen umhergetrieben wor-den, hatte mich lange schon nach Freiheit und Stille mitder Inbrunst der höchsten Leidenschaft gesehnt. Beidefand ich hier in vollem Maße, fand sie mit allen ihrenLieblichkeiten. Und siehe, meine zerstreuten, abgemattetenSinne waren, wie durch ein Wunder, auf einmal wiedergesammelt, erfrischt und gestärkt. Ja, mein Trauter,es war nicht anders, als wäre ich am Orte aller ver-flogenen Kräfte meines Lebens, und sie empfingen michin himmlischen Tänzen. Meine freundliche Wohnung,die alle Blicke jedes Lichtes einläßt, mein lieber Garten,von dem wackeren Louis mit spät blühenden Gewächsen.der vier Welttheile voll geschmückt; Alles, Alles entzücktemich, und je länger, je mehr. Ich besah unaufhörlichmeine Habe, und konnte sie nicht ermessen. Mein wardie ganze Welt. Selbst der Mond und die Sonne amhohen Himmel; sie schienen auf eine so eigene Weise auf