32Zusammenseins im Garten zu Pempelfort fand zwischenGoethe und Jacobi ein lebhafter Austausch der gegenseitigen Ansichten und Gefühle Statt, und der Seelen-bund für's Leben war geknüpft. „Der träumende Ig-cobi erwachte am Busen Goethe's und erstarkte durchden Anblick. In Goethe's Thun und Treiben sah ermit einem Male gestaltet vor sich, was er ahnte undersehnte. Er konnte nun unmittelbar aus der Anschau-ung zur Erkenntniß übergehen. Es wurde ihm die Weltseiner Ahnung durch Goethe zur Erkenntniß“. Also schreibtein neuerer Beurtheiler Jacobi's*).In welcher Weise aber Goethe und Jacobi per-sönlich die neuentstandenen Beziehungen auffaßten, da-rüber lassen wir sie selbst sprechen.Schon am 10. August 1774 schreibt Jacobi anseine Freundin Sophie la Roche: „Goethe ist der Manndessen mein Herz bedurfte, der das ganze Liebesfeuermeiner Seele aushalten, ausdauern kann. Mein Cha-rakter wird nun erst seine eigenthümliche Festigkeit er-halten, denn Goethe's Anschauung hat meinen bestenden einsamen,Ideen, meinen besten Empfindungen —verstoßenen — unüberwindliche Gewißheit gegeben. DerMann ist selbständig vom Scheitel bis zur Fußsohle!“— An Wieland schreibt er den 27. August 1774:„Je mehr ich's überdenke, je lebhafter empfinde ich dieUnmöglichkeit, dem, der Goethe nicht gesehen und nichtZirngiebl, F. H. Jacobi's Leben, Dichten und Denken.Wien 1867, S. 16.
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Jacobi's Garten zu Pempelfort : ein historischer Beitrag zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Künstler-Vereins 'Malkasten' ; nebst einem Plan des Gartens
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