19von früher bekannten Frau Sophie La Roche in Ehren-breitstein Wieland persönlich kennen lernte. Sophie LaRoche, die Gemahlin des Kur=Trierschen ConferenzrathesLa Roche, war vor 20 Jahren mit Wieland verlobt ge-wesen, die Verbindung hatte sich zwar zerschlagen, aberSophie blieb Wieland's treuste Freundin. Auch siehatte sich durch mehrere Romane, meistens in der damalsbeliebten Form von Briefen, bereits einen Namen ge-macht. Fritz Jacobi schildert dieses Zusammen-treffen mit Wieland ausführlich in einem Briefe an denGrafen von C . . ., und wir erkennen die damals nochvorherrschende Ueberschwenglichkeit und Sentimentalität,welche der Literatur dieser Zeit ihren Stempel aufdrückt.Alle schwimmen in Thränen, liegen sich in den Armenund wissen sich vor Rührung kaum zu fassen*).Das nächste Resultat dieser Verbindung war dasEntstehen des „Deutschen Merkur“, einer Zeitschriftnach Art des Mercure de France, zu deren HerausgabeFritz Jacobi den ersten Anstoß gegeben hatte, undals deren Mitarbeiter wir viele bekannte und hervor-ragende Männer der damaligen Literatur=Periode finden.Es sollte ein Journal sein, nicht für Gelehrte allein,sondern so geschrieben, „daß es auch für Damen, Edel-leute u. d. m. interessant würde“, schreibt Wieland anJacobi. Zugleich sollte diese neue Zeitschrift aber auchfür Norddeutschland das werden, was die unter Schlosser'sLeitung in Frankfurt erscheinenden „Frankfurter gelehrten*) Jacobi, ausgewählter Briefwechsel I. 35.
Druckschrift
Jacobi's Garten zu Pempelfort : ein historischer Beitrag zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Künstler-Vereins 'Malkasten' ; nebst einem Plan des Gartens
Seite
19
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten