168
hunderte, Her sich die Freundschaft der Könige und Fürstenerwarb, von Philipp IV., König von Spanien und Indien,als Geh. Rath aufgenommen, und 1629 zu Carl I. , Königvon England, geschickt, den Grundstein zum Frieden zwischenbeiden Fürsten legte, starb 1640 30. März, alt 64.Die Capelle, der Altar, die Dotation wurden fertig und sindnoch zur Stunde eine hervorragende Zierde der Kirche, aber,höchst merkwürdig, das Wenigstkostende, die Inschrift, kam nichtzu Stande, bis Rubens Urenkel, J. Bapt. Jacob v. Parys, Stifts-herr zu St. Jacob wurde und sie 1755 eingraben liess.
Rubens war zweimal verheirathet. 1600 mit Isabella Brandt(f 20. Sept. 1626), 1630 2. Dec. mit Helena Forment (f 1673),aus erster Ehe entsprossen 2 Söhne, aus letzterer 2 Söhne und 3Töchter. Seine Wittwe verheirathete sich auf's Neue mit Johannvon Brouchoven, Grafen von Bergeyk und gebar diesem noch 6Kinder. Die vornehme Nachkommenschaft vou allen diesen findetman in Fahne's Geschichte der Cölnischen etc. GeschlechterBand 2 Seite 234.
Was die Productivität Rubens angeht, so sind allein 1306seiner Kunstschöpfungeu durch den Stich bekannt, mau rechnetalle zusammen zu mehr als dreitausend. Manche davon sind bereitsuntergegangen*), die Meisten von dem Orte ihrer lu'sprünglichen
*] Namentlich haben viele Hauptbilder des Meisters in verschiedenenBelgischen Kirchen durch Vernachlässigung und ungeschickte Behandlungihren Untergang, oder doch solche Beschädigungen gefunden, die dein Un-tergange fast gleich stehen. So zerstörte die feuchte und wechselndeKirchenluft zu Antwerpen die Farben eines Altarblattes durch Abblättern.Aehnliches geschah bei dem Hauptaltarblatt in S. Bavo zu Gent, „DieArmenspende des h. Bavo", welche zuletzt durch Verputzen und Ueber-malen vollständig vernichtet wurde. Bei den Capuzinern in Brüssel undden Recolleten in Antwerpen besorgten die Mönche selbst die Zerstörung;bei Letzteren setzte ein Mönch 1770 das Abwaschen so gründlich fort, dasszuletzt das Gemälde bis auf den Grund gereinigt, das heisst, aller Farbenhaar, ganz weiss geworden war.
Auch in Alost, Tournai, Lille und Brüssel wurden in den Jahren17G0--70 ähnliche Zerstörungen ausgeführt. Selbst in der Cathedrale zu Ant-werpen fand ich 1830 das schöne, vor einigen Jahren wegen seiner Restaura-tion und Beimalung viel besprochene Bild Rubens, „Die Kreuzabnahme" inFolge der Einflüsse der Kirchenluft in einem Zustande, den man allgemein alsseinen Untergang bezeichnete. In neuerer Zeit ist in Belgien vieles für diebessere Unterhaltung und Sicherung der kirchlichen Kunstschätze geschehen;bei uns sieht es aber noch sehr traurig damit aus. Sie sind der beschränkten