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Die Fahnenburg und ihre Bildergallerie : unter Rückblick auf die Geschichte ihrer Umgebung
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Bestimmung entfernt. Zu letzteren gehören auch zwei, welche fürdie Stadt Düsseldorf von Interesse sind: „die Himmelfahrt Maria",und „Die Martern des h. Laurenz." Beide Bilder wurden von Rubensfür die Pfarrkirche Unserer Lieben Frau zu Brüssel gemalt, daserstere für den Hauptaltar, das andere für einen Nebenaltar. Alsaber der französische Herzog von Villeroy 20. Aug. 1695 die StadtBrüssel hatte bombardiren lassen und in kaum 18 Stunden 6000Häuser und 11 Kirchen mit den Gemälden Rubens, v. Dyck's undandern Meistern in Asche gelegt worden waren, hatte auch dieLiebfrauen-Kirche so sehr gelitten, dass sie ihren Schaden nichtherstellen konnte, ohne die beiden Bilder an den Churfürsten JohannWilhelm von der Pfalz für 4000 Brabanter Kronthaler zu verkaufen,neben welcher Summe sich der Churfürst auch zur Ablieferungvon guten Copien verstehen musste, welche die Stelle der Originalezu ersetzen hatten. Es war dieses ein Nothverkauf, daher derPreis gering. Beide Bilder wurden der Düsseldorfer Gallerie ein-verleibt Nr. 256 und 260 des Catalogs von Pigage. Während die„Martern" mit der ganzen Gallerie in Folge ihrer widerrecht-lichen Abführung durch die bayerische Regierung (Dec. 1805) jetztin München Nr. 292 des Catalogs sich befinden, ist die „Himmel-fahrt", weil sie für den eiligen, fast über nächtlichen Trantport zuschwer war, zurückgeblieben und hängt noch in der Düsseldorfer

Anschauung dieses oder jenes Pfarrers respect. Kirchenvorstandes Preisgegeben, der Geschmack wechselt nach der Laune und nach der Frage,was den Säckel am besten füllt. Statt der Gemälde müssen jetzt polychro-mischc, d. h. buntfarbige und vergoldete Gypsfiguren auf den Altärenstehen. Die alten Denkmale, Altäre, Epitaphien, und alles, was nichtmehr Gold bringt, müssen verschwinden, um neuen Stiftungen Platz zumachen. Auch die Lettner (z. B. das prächtige zu Münster unter dem Vor-sitze des damaligen Domdechanten, jetzigen Cölner Erzbischofs), welche die,besser als unsere jetzigen Bischöfe und Pastoren über das Bedürfniss unddas Wesen der Kirchlichen Nothdurft unterrichteten, alten Baumeister unsals grossartige Kunstdenkmale und nothwendige Einrichtungen überlieferthaben, dürfen nicht stehen bleiben, denn „es muss der Priester den Zu-schauern besser zu Gesicht gebracht werden." Wie im vorigen Jahrhundertdie alten gothischen Cathedralen,' z. B. der Dom zu Cöln und der zu Osna-brück sich dem Zopfe beugen, in jenem das Sacramentshaus und der Hoch-altar verschwinden, in diesem, an Stelle der Säulencapitäle, aus Gypsgeknetete Engel das ganze Innere beleben und widerwärtig verzierte Säulen-schäffte die einfach aufstrebenden gothischen ersetzen mussten, so werdenjetzt Wände und Säulen mit bunten Farben, tapetenartig angestricheu, undaus dem ernsten ruhigen Gotteshausc wird ein verwirrendes Theater.