Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
1202
Einzelbild herunterladen
 

1202

October 1519.

glidern, nit wöllen verhalten, anstatt geineins bundts früntlich vnd vlissig bittent, das vnd alle hiever beschechenHandlung vnd anzeigen nit änderst, dann gemeins bundes merklicher großen notturft nach zu vermerken vndhierin bedenken die erbeinung, darin die gemein Eidgnoschaft mit dem loblichen hus Oesterrich verpflicht sind,welichs hus Oesterrich in der einung des schwäbischen bunds begriffen vnd in disem Handel das meist glid sy, vnddaruff begert, das sy, die botschaftcn sich harinn nach des bundes hochem vnd großem vertruwen früntlich erzeigen.Des wöllen gemein stend des schwäbischen bundes vnvergessen sin vnd zusampt dem, das Inen vnd Iren ver-wandten Jr zins vnd gälten, so sy vff dem land Wirtemberg haben, lut des bundts vorgetaner erbietung ver-folgen sollen vnd gemeyn Eidgnossen als Jr bcsunder lieb vnd gut frttnd in der glichen vnd mererm günstlich,früntlich vnd willig verdienen.

Des bundts gesandten haben ouch angezeigt, das sich mit Warheit meiner erfinden sol, das des bundts zu-gehörig Personen einich lyedt, dicht oder sprüch machen oder drucken, so gemeiner Eidgnoschaft zu schmach, spvttoder laster dienen, vnd wo Inen dieselben Personen In Iren obrigkeiten anzeigt wurden, weltent sy die daruvckhertenklich vnd also strafen, darab gemein Eidgnossen abnemen möchten, das sölichs dem bundt nit lieb sunderlcyd wer.

Nerer haben des bundts gesandten erzelt, das sy glouplich aiilang, das Herzog Vlrich in der Eydgnoschastgleits vnd entHalts beger vnd daruf die botschaften ersucht, mit mencherley anzeigung, zu was Nachteils des Her-zogen fürnemen reych, hoch ersucht vnd Im als des bundts fynd wider den bundt als Reichsglider dhein gleitnoch blatz ze geben, sunder sich, wie der bundt Inen wol getruw, Iren vorgegebenen abscheiden vnd Handlungengemeß halten werden, mit vil früntlichen erbieten vnd anrüsten. Vnd zu beschlus ist von des bundts gesandtenangezeigt, das Herzog Vlrich mit hörsmacht in einer wol verwarten befestigung zu Veld gelegen, vnd als sichdes bundts hör zu Im gemacht Hab, des willens, mit Im ein schlacht zu tun, so sy doch der egenannt HerzogVlrich by nächtlicher wyl on alles vffblasen vnd vmschlachen mit sinein hör vs dem feldleger gezogen vnd nach-folgent von sinem kriegsfolk vnd landschaft geritten vnd die in Iren grösten nötten verlassen. Deshalb sich dieStctt, vogtyen vnd fläcken, so Herzog Vlrich Jngenommen, mit Iren üben vnd güttern an des bundts gnad er-geben haben. Des bundts gesandten vermeinen och, das Herzog Vlrichs vermeint Rechtsbott, so er vff römischvnd hyspanisch kön. Mt. getan hat, nit zimlich, billig noch recht sy, dann er Hab die von Rüttlingen, so in sinenschütz vnd schirm gewest sind, vnd die von Eßlingen als stett des heiligen Rychs by recht vnd Jrem vilfaltigen Recht-erbseten nit bliben lassen, sunder des rychs Statt Rüttlingen mit gewalt vom hl. Rych gedrengt vnd in sin gewaltgebracht, desglich des rychs Statt Eßlingen mit hörs chraft belegert vnd vom heiligen rych zu trengen widerstan-den, deshalb sin rechtbietung in disem val nit statt hat vnd er ober sin gewaltig Handlung des rechten nit mächtigsy, dann sölt ein fürst gmeinen Eidgnossen als glider, lieb- vnd Hanthaber des rychs ein Statt oder fläcken mit ge-walt abtringen vnd Inn darnach recht bietten, das wurden sy nit annemen, sonder sich vnderstan, denselbenfürsten, so vil Inen möglich wer. zu strafen vnd zu vertryben, deshalb der bundt sölich recht anzunemen nit schuldigist vnd den krieg schuldiger pflicht vnd gedrengter not zu handthabung des rychs glider genommen hat, AndernExempel vnd Warnung zegeben, des heiligen rychs Stett vnd glider rüwig, vnzerstört vnd vergwaltiget zu lassen,mit anzeigung, so Herzog Vlrich vermein, das der bundt vnzimlichs gegen Im gehandelt haben sölt, das sy Imdeshalb gebirlichs rechten für kön. Alt. vnd stenden des rychs nit vorsin, sundcr sich deshalb gepürlich vnd vnver-wyßlich halten werden. Staatsarchiv Luccrn: Altg. Abschiede, r, 407.

Zu t.Vermerkt, was Röm. key. Alt., Vilser allergnedigster Herr, Johann Storchen, Jrer Mt. Nathe,gemainer Aidgenossen Nethen vnd Sandtboten itzo zu Lucern (Zürich?) versamelt anzubringen beuolhen hat:"

Anfenklich Inen kayserlicher Mt. gnad vnd alles gut zu sagen vnd darauf zu erzelen, Jrer M. sey glaublichangelangt, wie etliche, so Jrer Mt. vnd dem Reich widerwertig seyen, Nemlich der könig von Frankreich vnd dieVenediger, sich by Inen vmb hilf, bystand, puntnus vnd verstentnus vnd darzu vmb ain treffenliche anzal knechte