Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
1169
Einzelbild herunterladen
 

Zum 1519.

1169

was der Savonier schon vorher angebracht hatte. K». Die Boten ans die Jahrrechnnng zu Baden sollenVollmacht erhalten, das Geleitgeld, worüber sich Klagen erhoben haben, zu mildern und abzustellen, damitVerkehr nicht gar so sehr erschwert werde, «z. Die Augustiner-Herren zu Zürich haben uns um Fensterw ihr Capitelhaus angesucht. Die Mehrheit will entsprechen, einige Boten hatten keine Vollmacht. Da inZenem Gotteshaus einhüpscher, erlicher Gotzdienst" gehalten wird und die Fenster da wohl angebrachtllud, so soll auf der Jahrrechnung zu Badeu hierüber endliche Antwort erfolgen. In dem Span zwischenVasel und seinem Burger, dem Grafen Wilhelm von Fürstenberg, einerseits und Solothurn wegen Mümpel-bard und dein Landvogt daselbst anderseits, wird nach Verhör der Parteien abgeredet, Graf Wilhelm soll diePlätze und Dörfer, die er jetzt eingenommen hat, an Mümpelgard zurückstellen, Basel und Solothurn sollenVlamont und was Graf Wilhelm sonst anspricht, bis zum Austrag des Rechts besetzen, das Recht aber an gebiih-londem Ort innert Monatsfrist begonnen werden und was da gesprochen wird, dabei soll es bleiben. Basel undsolothurn sollen sich der Parteien im Recht nichts annehmen, die Parteien selbst in der Zwischenzeit nichts^owaltthätiges gegen einander vornehmeil. Das sei der Eidgenossen Wille. Ob die eine oder die andere Partei,dessen mau sich nicht versieht, diesen Abschied hinter sich bringeil und auf den Tag zu Baden Autwortgeben wollte, so sollen die! Boten auf diesen Tag Vollmacht haben, in der Sache weiter zu handeln, k. DerVotschaft des Königs von Spanien, welche auf ihre frühere Werbung Antwort begehrt, wird auf Befehl derPbern geantwortet wie folgt: Wir können zu dieser Zeit mit königlicher Majestät von Spanien keine weitereVereinung machen; die Erbeinung, die wir mit dem Hause Oesterreich haben, reiche vollkommen aus. Wasdie Knechte betreffe, welche kölligliche Majestät in ihren Sold verlangt, so wolleil wir in diesen bedenklichenZeiten keinem Fürsten Knechte bewilligen. Wenn aber trotz unserm Verbot Knechte weggeführt würden, sohaben wir bereits beschlosseil, in solchem Fall dein Widertheil Beistand zu thun. Wenn sich dagegen begäbe,daß ein Fürst, wer der wäre, das heilige römische Reich drücken oder bedrängen, dasselbe von der königlichen^rone wider der deutscheil Nation Herkommen treiben, die Churfürsten in ihrer Wahl hindern oder drängensollte, so werdeil wir auf Einforderung der Churfürsten und Stände des Reichs als Liebhaber deutscherNation und des heiligen Reichs zusammentreten lind uns als fromme Eidgenossen erzeigen. Da die spanischeVotschaft hierauf weiter geredet lind eineil andern Tag begehrt hat, so wird ihr der Tag zu Baden, derk'ei vierzehn Tage dauern wird, angezeigt, wo sie erscheinen möge. <!. Da am Tage liegt, welche Unruheuns die neuen ausländischen Burger und Landleute bringen, so sollen alle Orte ernstlich rathschlagen, wasöu thun sei, damit man solcher ausländischer Burger und der durch sie verursachten Unruhe los werde.5'- Dem Ludwig von Meßbach wird auf den Tag der Jahrrechuung zu Badeu Geleit gegebeil, um sich^egen Reden zu verantworten, die er über gemeine Eidgenossen im Württemberger-Lande gethan haben soll.

Der Zürcher Abschied enthält die einzige Verhandlung i». Im Lucerner Abschied fehlt 11.

Zu ». Das hier angeführte päpstliche Breve siehe oben S. 1152.

Zu K». Im Berner Abschied ll'. heißt statt Caspar es Jacob Göldli.

Zu l.Antworten der Boten Ascensionis domini a°- xix von wegen der Pensionen

Bern will mit gemeinen Eidgenossen oder dem Mchrtheil die Pension abstellen, darüber eine jeweilenmit den Bünden zu beschwörende Ordnung machen. Wollten einzelne Orte nicht beitreten, so soll die Mehrheitsich berathen, was weiter mit ihnen zu handeln sei, damit man einig werde. Lucern hat schon früher Antwortgegeben, daß es die Pension oerschwören wolle, wenn aber ein Ort das nicht thun wolle, so behalte auch Lucernseine Hand offen und will daher jetzt anhören und sich später erklären. Uri stimmt, die heimlichen Pensionen

147