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Mai 1519.
das zu Reutlingen ihm abgenommene Gut. Zwar habe Herzog Wilhelm von Bayern mit ihm einen Abschiedgemacht, ihm gütlich zu begegnen, aber Einige von Tuttlingen, die dem schwäbischen Bund angehören, habenihm inzwischen auf einem seiner Höfe eine bedeutende Zahl Vieh genommen, er verlange Wiedererstattungund Schadensersatz. Darauf haben wir mit dem Stadtammann von Ulm geredet, er soll dafür sorgen, daßHerrn Hans Caspar von Bubenhofen Rückerstattung und Ersatz geleistet werde, alles Uebrige wolle manheimbringen. I». Auf das Schreiben, das wir Eidgenossen dem König von Frankreich von letztem Tag habenzugehen lassen, daß er nicht nach der Krone des heiligen römischen Reiches streben, sondern dieselbe bei derdeutschen Nation lassen soll, antwortet derselbe durch seine Botschaft, er strebe nicht änderst darnach als wiees gebührlich sei, mit rechter Wahl. Wir sollen dem König von Spanien, der mehr darnach strebe, auchschreiben, daß er davon abstehen und sein Kriegsvolk in deutschen und welschen Landen entlassen soll; geschehedas nicht, so müsse auch er sich stärken; er begehre, daß wir dem König von Spanien keine Knechte zulaufenlassen, mit Frankreich dagegen ein ewiges Bündniß zur Befestigung von Ruhe und Frieden machen mitUeberlassung einer Anzahl Knechte in französischen Sold, wenn sie verlangt werden, daß wir den Churfürstenschreiben, sie sollen den Spanier auch nicht wählen, der ebenso ein Welscher sei. Alle diese Begehren werdenzwar in den Abschied genommen, dem französischen Boten jedoch gleich verdeutet, „das vß der meynnng mitwerd." i. Die französische Botschaft zeigt weiter an, die Graubündner haben dem König einige Thäler, diezum Herzogthum Mailand gehören, wider den Frieden eingenommen; wir möchten sie zur Herausgabe derselbenveranlassen, sonst müßte der König selbst seine daherigen Maßnahmen treffen. Ferner ziehen Verbannte herum,fangen Angehörige des Königs und strafen sie; sie haben ihren Aufenthalt in der Umgebung von Bellenz, das seiauch wider den Frieden. Darauf wird den Bündnern ernstlich geschrieben, sich nach dem Frieden zu halten.Dein Vogt von Lauis und dem Commissar zu Bellenz wird auch geschrieben, daß sie die „Banditen" abstellenund zur Ruhe halten. It. Man hat dem französischen Boten vorgehalten, es gehe die Rede, daß heimlich fürden Dienst des Königs geworben werde. Trotz ihrer Versicherungen, daß daran nichts sei, haben wir ihn dochernstlich gewarnt, mit der Drohung, falls es geschähe, würden wir uns zur Gegenpartei schlagen. Das Gleichewird auch dem spanischen Gesandten gesagt. I. Die französischen Boten fürchten auch, die Gesandten desKönigs, welche jetzt zu Pollegio seien, haben keine Vollmacht, in Sachen der Ansprecher zu handeln, und begehrendeßhalb, man möchte die Ansprecher, um ihnen nicht unnütze Kosten zu verursachen, zu Hause behalten. Darauswird ein anderer Rechttag bestimmt auf den 1. September, der den Ansprechern verkündet werden soll, mit An-drohung, wer sich nicht stelle, dem werde später kein Recht mehr gehalten, »i. Man soll sich vereinigen, sichfürderhin der Ansprachen ungehorsamer Reisläufer nicht mehr anzunehmen. ». Der Tag für die Jahrrechnungzu Lauis wird angesetzt auf St. Johannestag nächsthin, der Tag für die Jahrrechnung zu Neuenburg aufden gleichen St. Johannestag. «. Der Herr von Bergen hat im Namen des Königs von Spanien und derErzherzoge von Oesterreich auf seine gethane Werbung Antwort begehrt und selbe erhalten wie folgt: UnsereHerren haben die Erbvereinung mit dem Hause Oesterreich befestigt und bestätigt und wollen dieselbe getreulichhalten. Da sich dieselbe weit erstrecke und zu gutein nachbarlichem Verhalt hinreiche, so trete man zur Zeitin die begehrte Erweiterung nicht ein. Auch über das Begehren einer Hülfe von 10,000 Mann zum Schutzfreier Wahl der Churfürsten, für den Fall, daß der König von Frankreich in deutsches oder österreichischesLand ziehen wollte, um gewaltsam die römische Königskrone au sich zu bringen, sei man nicht einig, undnehme den Artikel nochmals heimzubringen. Danebeil wird dein Herrn von Bergen eröffnet, es verlautevon heimlichen Werbungen für den König Carl, der so heftig nach der Krone strebe wie der König von