Januar 1517.
1033
einander durch das Mailändische gegeben werde, I. Baden, Bremgarten, Mellingen, die Grafschaft Baden,bie Landvogteien Thurgau und Nheinthal haben uns durch ihre Botschaften bitteil lassen, da sie, um fremdeLänder und Herrschaften unserer Obrigkeit zu uuterwerfeu, bisher gutwillig und gehorsam viel Gut undBlut geopfert, so möchten wir sie nun auch bedenken und namentlich von dein französischen Gelde ihnen einejährliche Pension aussetzeil, zumal auch Mühlhausen, Greyerz, Saanen und andere in dieser Weise bedachtworden seien; dann werden sie wie bisher gehorsame Unterthanen sein u. s. w. Mail findet dieses Begehren^llig uiid soll dasselbe daher init ernstlicher Empfehlung heimbringen, damit den guten Viederleuten nicht'wir immer Schaden, sondern auch etwas Vortheil erwachse. Ii.. Die Boteu der Orte, welche deu Pen-iwnenbrief von Baden noch nicht beschworen haben, sollen ernstlich au ihre Oberu bringen, daß sie aufOchsten Tag einfach mit Ja oder Nein antworten, ob sie den Brief annehmen wollen oder nicht, damitMan wisse, woran man mit ihnen ist. Die Orte, welche den Brief angenommen, sollen auf nächsten TagVollmacht bringen, zu erklären, wie man sich gegenüber den andern Orten verhalten wolle. Auch fällt dieVieinung, es wäre besser, statt Ehreueutziehuug und 10 Pfund Buße oder Abverdienen der letzteren im Ge-sängniß, für die reislaufenden Knechte einfach die Geldbuße eintreten zu lassen. Darüber soll man sich ebenfallsBröthen. I. Dein Herrn Hans Killich, Barfüßerordens, wird auf sein letztangebrachtes Gesuch um einige„Ergetzung" für seine in Mailand unserwegen erlittenen Verluste unter Genehmigungsvorbehalt von jedemLwt eine Krone zuerkannt, i»». Auf das an letzten Tag gerichtete Begehren der Krämer in Betreff derhaustrenden Walchen wird erkannt, daß jedes Ort nach seinem Gutfiuden einige Ordnung solcher Walchenhalb machen möge. Auf Sonntag nach der alten Faßnacht (8. März) soll den Hauptleuten des letzteni>ugs nach Dietrichsbern zu Basel ein gütlicher oder rechtlicher Tag gehalten werden. Sie verlangen dazuZwei Beistände in unser aller Namen. Dieses Begehren will man auf nächstem Tag behandeln; inzwischensoll gesorgt werden, daß die Knechte dieser Soldansprache wegen ruhig bleiben. «». Lucern soll auf dennächsten Tag die Gerechtigkeit, die es zu Nüsegg hat, vor den sechs Orten darlegen und die Untervögte inden Aemteru sollen ermitteln, was der sechs Orte Gerechtigkeit daselbst sei, damit die Fertigung, die HeinrichV^yß von Bremgarten wegen etlicher daselbst verkaufter Güter zu thun schuldig ist, stattfinden kann undWan wissen möge, ob dieselbe vor den Amtleuten der sechs Orte oder denen Lucerns zu geschehen habe.
Diese Tagleistung ist gehalten worden, um auf das Begehren des Kaisers und des Königs von Eng-end, daß wir mit ihnen und dem König von Spanien in ein Bündniß treten möchten, zu antworten,beinahe einhellig lauten die dießfälligen Instructionen der Orte dahin: Wir haben seit lange mit demKaiser und dem König von Spanien, als Erzherzogen von Oesterreich, eine Erbeinung, dazu mit päpstlicherHeiligkeit ein besonderes Bündniß; diese Verträge halteil so viel iune, daß uns nicht nothwendig bedüukt,K'r Zeit ein weiteres Bündniß mit kaiserlicher Majestät und König Carl von Spanien zu inachen; den^glischen Boteil soll man init den besten Worten abfertigen. Bei dieser Eröffnung gibt man den kaiserlichenVoten die Versicherung, daß unsererseits die Erbeinung getreulich werde gehalten werden, was sie auch imVainen des Kaisers zusichern und sich mit unserer Antwort befriedigt halten. Dem englischen Boteil hatWan erklärt, es scheine uns nicht nothwendig, noch convenire uns zur Zeit, ans ein Bündniß mit seinemKönig einzutreten, da wir schon in vielen Bündnissen stehen, so mit dem Papst, Kaiser und Andern, und jeZahlreicher die Bündnisse, desto mehr Irrungen und Verlegenheiten können uns daraus entstehen. Zudemhabe der Köllig von Frankreich im Friedensvertrag mit uns England und Spanien vorbehalten; wir dankenHäher dem König von England für seinen geneigten Willen und bitten ihn, unsere Eidgenossenschaft stets
130