Juli 1516.
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Herzog es selbst übergeben habe, sei die Vereinung überflüssig geworden, zudem sei sie auch schlecht an uns Eid-genossen gehalten worden. Lucern will, wie bisher, die Erbcinung getreulich halten und hat die Seinigen, die indiesem Jahr wider Verbot zum König von Frankreich gelaufen sind, bestraft, es werde solches auch in Zukunft thun.Was die gemeine Vereinung betreffe, lasse es diese vor der Hand anstehen. An einem neuen Heerzug Theil zunehmen, convenire nicht, da bei der Unruhe und dem Ungehorsam der Knechte im Feld wenig Ehre zu holen sei.Von Uri und Schwyz sei Lucern nach Laut der Bünde von der französischen Vereinung abgemahnt worden, dieBünde wolle es halten, aber bei dem Frieden bleiben; es erbietet sich, mit den andern sieben Orten auch zu einemFrieden zwischen dem Kaiser und Frankreich zu helfen. Es liege ihm übrigens daran, daß man dem Papst berichte,wenn wir Frieden machen. Uri-. Wenn der Papst sich mit den Artikeln, wie die gesetzt sind, begnüge, so sei es ihmauch recht. Den Kaiser und den König von England betreffend, lasse es vor der Hand alles anstehen, die Erbeinungwolle es halten, wenn sie der Kaiser auch halte; den Artikel des Papstes wegen lasse es mit gemeinen Eidgenossengeschehen. Schwyz bleibt bei der päpstlichen Vereinung; wenn gemeine Eidgenossen die Abänderung wollen,stimme es auch bei; betreffend den Kaiser, England und die Erbeinung stimmt es wie Uri. Obwalden meinteder päpstlichen Vereinung ledig zu sein, weil man dieselbe bisher habe anstehen lassen und sie an uns wenig gehaltenworden sei. Den französischen Frieden will es erhalten, im übrigen antworte es des Kaisers und Englandswegen wie Bern und Lucern. Nidwalden: „wellent losen." Zug will bei dem päpstlichen Bundbrief bleibenund wenn derselbe sagt, der Papst soll die 50» Gl. geben, so will es sie von ihm haben, lautet der Brief aber,die Genueser sollen sie geben, so lasse es selbe nach. Kaiserlicher Majestät habe es die Erbeinung gehalten,betreffend alles Ucbrige will es „losen." G larus will des Papstes wegen losen, dem Kaiser die Erbeinunghalten, alles Uebrige anstehen lassen, bei dem französischen Frieden verbleiben. Basel bleibt bei dem päpstlichenBündniß und will keine Abänderung gestatten. Des Kaisers wegen sollen die acht Orte für sich Antwort geben,da sie besonders dazu aufgefordert seien. Betreffend den Zug will es vorerst wissen, wohin der gehen soll, denFrieden betreffend, wie er angestrebt werde, von England, was es für Bedingungen stelle. Uebrigens möchte esmit dem Kaiser und England in Freundschaft bleiben. Freiburg hat die Erbeinung gehalten und will es fort-während thun, aber auch den angenommenen Frieden mit Frankreich halten, in der päpstlichen Vereinung keineAenderung zugeben, wenn nicht gemeine Eidgenossen es wollen, dem König von England zur Zeit keine Antwortgeben. Solothurn will losen. Schaffhausen will die Erbeinung halten, über weiteres keine Antwort geben, bisdie Eidgenossen unter sich einig sind. Appenzell will den französischen Frieden halten, im klebrigen auf die andernOrte warten. Abt von St. Gallen will zu einträchtigen Entschließungen helfen, sonst losen. Stadt St. Gallenwie der Abt. Die Bünde in Churwalen wollen losen „vnd gefiel Inen dz wir Eidgnossen eins weren".
Staatsarchiv Lucern: Attg. Abschiede, Z?. 172. Staatsarchiv Zürich: Abschiede, VlI. 21.
Aern. 131s», 39. Jlltlt (Mittwoch vor Vinoulo, ?otri).
Staatsarchiv Bern: Allgemeine Eidgenössische Abschiede, 173. Archiv Solothurn: Abschiedeband Vlll.
Die drei Städte (Bern, Freiburg, Solothurn) finden, daß die Nothdurft der gegenwärtigen Zeitläufe^fordere, daß sie ihre Votschaften zu den fünf Orten schicket:, um sich gegenüber allerlei Reden zn verant-worten, die der Friedensunterhandlung mit Frankreich wegen über sie gehen, nnd ihnen zu sagen, daß sie^ese Unterhandlung nicht voi: sich aus, sondern auf Bitte der andern Orte übernommen haben. Die Boten,die auf nächsten Sonntag nach Bern kommen, sollen über diese Sendung das Nähere festsetzen. Auch wollendie drei Städte zu den Ihrigen in Stadt und Land besondere Botschaften vor die Gemeinden schicken, dieselben