970
April 1516.
um ihre noch unbegrabcnen Landsleute und die Ehre ihres Landes zu rächen, in kaiserlichem Dienst, verwundernsich auch, daß die andern gegen Abmahnung ihrer Obern gegen sie ziehen. Was sie vom Abzug des Kaisers schrei-ben, sei nicht wahr. Sie schicken ihren Obern den erhaltenen Brief und die Antwort, werden im Vaterlandeklagen, lehnen die Unterredung ab und bewahren auch ihrerseits ihre Ehre.
5. Schreiben derselben, ckct. Lodi, 6. April 1516 an gemeine Eidgenossen: Sie seien 15,006 Mann starkzu Chur ehrlich bezahlt worden und haben sich stets gemehret, so daß sie 20,000 Mann stark nach-Trient gekommenseien. In der Nähe von Verona sei der Cardinal persönlich zu ihnen gekommen, habe ihnen zugesagt, mit ihnenzu sterben oder zu genesen und die Schande der Schlacht und ihre umgekommenen, noch unbegrabenen Landsleutezu rächen. Darauf seien sie mit dem Zug des Kaisers, der auch circa 20,000 Mann stark gewesen, vorwärtsgezogen, haben die Feinde vertrieben und, vor der Stadt Mailand angekommen, drei Schüsse hineingeschossen unddie Franzosen aufgefordert herauszukommen und mit ihnen zu schlagen. Der Herzog von Äourbon habe abergeantwortet, er wolle mit ihnen nicht schlagen, aber des Königs Lande und Städte behaupten. Nun haben ihnaber die Ungehorsamen, welche gemeine Eidgenossen aus Mailand abgefordert, verstärkt und ihnen Schreibenzugesandt, welche sie nebst den Antworten mittheilen. Auch vernehme man, der König habe dem Herzog vonBourbon geschrieben, er solle das Haus des Galeazzo Visconti schleifen, dessen Güter confisciren und daraus demAlbrecht vom Stein, Ludwig von Erlach, einem von Diesbach und einem Hauptmann von Zürich jedem jährlich500 Fr. Pension geben, was Alles der Eidgenossenschaft zur Unehre gereiche. Sie bitten um getreues Aufsehenauf sie, die zur Ehre der Eidgenossenschaft dienen, und um Maßregeln gegen die Ungehorsamen, damit nicht Eid-genossen gegen Eidgenossen zur Schlacht kommen. Acht Tage nach Ostern seien sie mit den Kaiserlichen nachLodi gezogen, haben diese Stadt und das Schloß eingenommen und warten da auf Verstärkung, die der Kaisersenden wolle. Sie bitten um Antwort und Mittheilung dieser Berichte an die Bündner.
6. Lodi, 5. April 1516. Die eidgenössischen Hauptleute machen dem Kaiser Mittheilung von der zwischenihnen und den Eidgenossen in Mailand geführten Correspondenz, versichern ihn der Treue ihrer Leute und rathenihm, wieder zum Heere zu kommen und vor Allem die Landsknechte unverzüglich zu befriedigen, wenn das eng-lische Geld angekommen fei. Staatsarchiv Bern: Mg. Eidg. Abschiede, 0- 40 ss.
Brunnen. Iii 16, 30. April (vff dm Meym Abmd).
Archiv Schwyz.
Tag der drei Orte Uri, Schwyz und Nidwaldeu.
Auf diesem Tag sind erschienen die ehrwürdigen Klosterfrauen von Grad (?) und haben sich be-schwert, daß sie von einigen Gütern, die ihre Heimsteuer seien, zu Steuern angehalten werden wollen. Eswird den Boten, die auf das Meyengericht über den Berg gehen, aufgetragen, die Sache zu untersuchen unddarin nach Erfinden zu handeln. Mittlerweile sollen die armen Frauen nicht weiter behelligt werden biszum Austrag der Sachen, ös. Eine Botschaft derer aus der Riviera bringt an, es fei ihnen, nachdem ihrLand, wie mau wisse, „vndergaugeu", ein Vogt fortan zu schwer; mau möchte ihre Fünfer richten lasse»,es sei ihnen unmöglich, nach Bellenz oder Vollenz zu gehören. Das will man heimbringen, e. Bezüglichdes Mailänders, der nach Lauis hinter die Unfern geflüchtet und nun so verklagt ist, daß man ihn z»rVerantwortung vor uns heraus citirt hat, wird von unfern Hauptleuten und der ganzen Gemeinde zu La»is