Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
941
Einzelbild herunterladen
 

November 1515.

911

inhalt, gnedeclich vnd früntlich zu volziechen vnd zu geben. — K. M. bevilcht ouch verrer, ob gemeine Eidgnosscnin solichem französischem friden pleiben vnd Jrer k. M., ouch des küngs von Engellandt vnd andrer trefflich Er-rieten so nit annemen wellen, sunder sich Meylandt verziechen vnd darzu das dem Franzosen übergeben oder dieschlösser vnd Herrschaften, so si) noch Jnhaben, Inen abzutreten bewiligt hetten, des sich doch k. M. nit versechenwill, das wir gemeinen Eidgnossen anzeigen sollen, dz sölichs Moyland halben nit in Jrer macht stet vß vrsach,das Meylandt mit aller sincr Zugehör ein kammer des hl. Richs syg vnd Inen, gelidern desselben, nit gepürenwölle, dasselbig darvon zu vergeben, hettent es ouch vß obbemelten vrsachen vnd beder Mten. so gnedigs vnd trost-lich erpiettens weder fug noch recht vnd kunte noch mochte Jr k. M. sölichs nit gestatten, sunder wurde des ge-ursacht, mittel vnd weg fürzunemen, wie sy sölichs fürkommen vnd abstellen oder wenden möchte, des dann JrMt. lieber vertragen were. — Ferrer so ist k. Mt. begeren, von xij bis in xiij tusent der Eidgnossen knecht inkraft der puntniß vmb den soldt in gemelter puntniß bestimpt volgen zu lassen, solich anzal wil Jr Mt. vmbIren sold genugsamblich vergwüssen, darüber sy, ee si anzüchen wol zefriden sin sollen. — K. M. begert ouch,das gemein Eidgnossen die englisch potschaft früntlich vnd gütlich hören vnd mit Jr schließen vnd darinn Jrerselbs nutz, Er, lob vnd wolfart bedenken. Wo dann das die notturft sölichs erfordert wil sich k. M. solicher vndangezöugter fachen halber zu gut selbs persönlich an den Bodensee nechern vnd denn söllichen oder andern, dessich Jr Mt. hievor gegen gemein Eidgnossen erbotten, ganz kein Mangel oder Abgang erschinen lassen. — K. M.begert ouch, das der küng von Engelland ouch in die gemein püntniß zu Rom beschloffen, die gemein Eidgnossenhievor vff bebstlicher Heligkeit vnd der andern puntgnossen anlangen angenommen haben, kumen vnd also ouchJrer vnd andrer darin begriffen, puntgnoß ist, ouch willig Inhalt derselben zesampt andern puntgnossen zu Inentrülichen zu setzen, wie sy dann klerlich in siner Handlung vernommen vnd verstanden haben".

Staatsarchiv Lucern: Lucerner Abschiedeband, 137 ff.

Zu r. „Form der fürtragen durch die Herren die botten vor den Eidgnossen von wegen descristenlichisten küngs von Engenland:

Der durchlüchtigist küng von Engenland vnd Frankrich verkündt den hochgeachten Herren den Eidgnosscnder drizehn Ort des großen pundts obertütscher landen, den allerliebsten fremden vnd pundtgnossen, heil vnd künig-liche gnad mit meerung aller eren vnd guts.

Dieselb künglich majestat ist ingedenk der früntschaft vnd pundtniß nechst vergangnen Jars mit gemeltenHerren den Eidgnossen gehandlct, wiewol zwüschent derselben künglichen Majestät vnd der Eidgnossen anders ingeschicht nit ist Harnach gefolgt vnd damals sin majestat mit dein frankrichischen küng in offnem krieg were, derdoch vmb mengerley vrsach sin künglich majestat bewegende ist zu frid gebracht gewesen, Hab nützit destmindersin künglich majestat die Herren die Eidgnossen in demselben beschluß offenlich benempt vnd vorbehept, damitsy gnug tet Jrer Jngegangen trüe vnd früntschaft vnd sovil in Jr ist, wil vnd vermeint sy die also vorzu behalten.

Item als jetz nüwlich in dem Monat September zwüschent dem küng von Frankrich vnd den Herren denEidgnossen gestritten vnd geschlagen vnd siner Majestat durch die handler des küngs von Frankrich mundlich vndin geschrift ist fürgegeben, das von den Herren den Eidgnossen werint vmbkommen xxv^ vnd mengerlei andereding zu beflekung Jrs lobs wurdint gesagt, wiewol sin majestat sölichs nit möchte glauben, so sye doch Jro dasin ansehung sölicher früntschaft vnd pündtniß vmb allen niderlag vnd schaden der Herren der Eidgnossen sinerfründen vnd pundtgnossen vast leid gewesen, als Jro dann des noch diser zit leid sye. Nnd so nach gemeinemsprüchwort der fründ in der not bewert wird, Ist sin Mt. in ansehung sölicher früntschaft bewegt zu widerbrin-gen den schaden durch die Herren die Eidgnossen gelitten vnd zu vffnemung der Ere der Herren der Eidgnossen,ouch zu widererobern den Stat vnd das Herzogthum Moyland, wiewol der, so da Herzog was, durch verlassungdes HerzogthumbS, diewil sin glük das also hat Möllen haben, ist in Frankrich gezogen, ouch vorhanden sye einanderer rechtlicher, begabt, als sin Mt. verstat, mit aller fromkeit, Ersann, wyßheit vnd anzöugung vilcr tugenden.