September 1515.
919
uns im Feld gewesen ist, und was man darauf ihm und denen von Rothweil geschrieben hat. >»». Da mandie Pläne des Feindes nicht kennt, den Unfern aber, welche noch in merklicher Zahl, verwundet und gesund,m den Schlössern im Mailäudischen liegen. Hülfe und Entsatz zugesichert hat, so wird auf Hintersichbringenbis zum nächsten Tag ein Anschlag gemacht und zudem jedes Ort aufgefordert, sich mittlerweile für denFall, daß die Unfern in Roth kämen, mit allem Erforderlichen für einen Auszug gerüstet zu halten. DerAnschlag wird auf 30,000 Mann gemacht, „vnd aber vff 22,000 vßgeteplt" wie folgt: Zürich 3000 Mann,Bern 4000, Luceru 1000, Uri 800, Schwyz 1000, Unterwalden 500, Zug 300, Glarus 800, Basel 600,Freiburg 1000, Solothurn 800, Schaffhausen 300, Appenzell 1000, Abt von St. Gallen 1000, StadtSt. Gallen 100, Thurgau 1000, Bünden 2000, Wallis 2000, Baden 150, Bremgarten 30, Mellingen 10,Argau 100, Sargans 150, Rheinthal 100, Bischof von Constanz 200, Mühlhausen 50, Herr von Sax 30Mann, alle gerüstet mit Harnischen, Spießen und Büchsen, i». Man ist nochmals auf die Sendung zumKaiser zurückgekommen und hat geglaubt, es dürfte besser sein, von allen Orten Boten zu schicken. Welchesaußer den sechs bezeichneten Orten noch Boten schicken will, das soll sie daher ebenfalls auf den Tag zuLucern senden. Immerhin aber sollen zum mindesten aus sechs Orten Boten dahin geordnet werden.«. Galeazzo Visconti empfiehlt, den Boten zum Kaiser Vollmacht zu sofortigem Handeln zu geben; wennVerzug einträte, so wäre es schwieriger, die Franzosen wieder anzugreifen ohne reisigen Zug und Unter-stützung des Fürsten. Er wolle vorausreiten, um Alles vorzubereiteu. Er empfiehlt auch gute Obsorge zuDomo wegen der vielen übelgesinnten Umwohner ic. z». Da in der Schlacht viele Pferde verloren gegan-gen sind, die vielleicht in die Eidgenossenschaft kommen, soll man Vorsorge treffen, daß jeder das seinewieder erhalte.
Zu » hat das Nidwaldner Exemplar die Bemerkung: „Diser artikel ist geendert von des schribens wegen,so vnser Eidgnossen von Bern gethan, als jeder Bot weiß."
Hiezu folgende Actenstücke:
1515, 16. September. „Fromen vesten fürsichtigen wysen gnädigen min Herren. Vff die Stund sint minenHerren komen brieff von Bollez, dem Commissari, das die vnsern vff Donnstag nechst vergangen vff der nachthant die Franzosen angriffen vnd durch gütlich hilf den Franzosen den Syg angewunnen vnd ob xiiij'" lands-knecht erschlagen vnd der Gasgonier vnd Franzosen on zal, vil geschüz gewonnen vnd Theodorum Trivulsch gefan-gen vnd ein köstlich Roh funden bluttig, Hoffenz, es sye des küngs oder des Herzogen von Burgunds gewesen.Vnd als das vff Donstag zu Nacht geschehen ist, hant die Vnsern die Franzosen wider angriffen, so vor denWassern nit mochten fliehen. Wie es da ergangen syg, habent min Herren vff die stund noch nit mögen wissen.Sölichs Hab ich üch als minen G. H. nit mögen verhalten. Datum in Vrr> vff Sonntag zu Nacht nach des hl.Crüzes erhebung im xv°-
Anshelm Grafs, kilchherr zu Vry.
An nnne Herren von Zürich.
1515, 22. September (Naurieü). Landammann und Rath zu Obwalden schreiben an Bern: Der Briefvom letzten Donstag wegen der Schlacht sei richtig gewesen, am ersten Tag sei die Sache günstig gegangen, amFreitag dagegen sei es übel gegangen; die Eidgenossen seien „mit gewehrter Hand abgezogen" und haben vieleLeute verloren, doch sei vielleicht das Geschrei größer als die Wirklichkeit. Man hätte den Frieden wohl annehmenkönnen, Obwalden habe keine Schuld, daß es nicht geschehen, sondern andere Orte, welche die Annahme verhindert
haben. Archiv S-Iothurn: Abschicdeband VII.
1515, 23. September. An die XII Orte in Luccrn oder anderswo versammelt: »ÄlaZuillei ot stronmDomini, Domini nostri obsornantissimi! (jnanto tnsrimus allsoti üolors proptsr mala noua olaüis Iiis pro»