Juni 1515.
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Ungnade gekommen und doch werde er in der Eidgenossenschaft verunglimpft, als od er französisch gesinntwäre. Man möchte dieses nicht glauben, denn er werde, was auch kommen möge, unser guter Bundesgenossel'ein und bleiben. 2. Es sei des Herzogs Bitte und Begehren, daß wir die Unfern in Mailand anweisen,seine Landschaft Piemont nicht zu beschädigen, noch gewaltthätig zu behandeln; wenn sie Mangel an Speiseoder anderm Nothwendigen haben, so wolle er nach Vermögen beistehen; er habe auch feinem Bruder dies-seits des Gebirges in Savopen, dem Grafen von Genf, besohlen, sich ebenso gegen uns zu verhalten, mitdem Begehren, denselben sammt feiner Landschaft für empfohlen zu halten. 3. Er verwundere sich undbedaure, daß wir die Gesandten, welche bei ihm gewesen, zurückgerufen haben, denn er habe sie gern bei sich,damit wir sehen, daß er nichts uns Widerwärtiges handle; wir möchten also diese oder andere uns gefälligeBoten wieder zu ihm senden. Auf die beiden ersten Artikel wird geantwortet, man habe gutes Vertrauenauf den Herzog, er werde ein getreuer Bundesgenosse sein, was die Eidgenossen auch ihrerseits sein wollen.Man habe schon von frühem Tagen aus sein Begehren den Unfern in Mailand geschrieben, sie sollen seinGebiet nicht schädigen. Die Boten wieder zu ihm zu schicken, habe man gegenwärtig keine Vollmacht,wolle es aber an die Obrigkeiten bringen. Uebrigens hat man den Gesandten mit den besten Worten abge-fertigt. Derselbe Herzog von Savoyen hat schriftlich an uns gebracht, er habe diesseits des Gebirgeseinen Zug gerüstet, um die ihm widerspenstige Stadt Montdenis in Piemont gehorsam zu machen, undbeabsichtige, diesen Zug nach Piemont zu ziehen. Darauf wird geantwortet, man finde besser, daß er, umArgwohn zu vermeiden, solches zur Zeit unterlasse, e. Die Frau von Jncisa dankt den Eidgenossen zumhöchsten, daß sie ihre beiden Söhne aus der Gefangenschaft des Markgrafen von Montferrat geledigt undM ihren Händen gebracht haben. Sie begehrt unsere Hülfe, daß der Markgraf angehalten werde, auch dasGut, das dem Vater der Kinder, den er getödtet, gehört hat, herauszugeben. Da man auf diesem Tage keinebießfällige Vollmacht hatte, konnte auch noch keine Antwort hierauf gegeben werden. «I. Die von Nothweilbegehren abermals, das Bündniß, das sie mit den Eidgenossen gehabt, wieder aufzurichten. Sie seien anden Kaiser gewiesen worden, um seine Einwilligung dazu zu erlangen, dieselbe sei ihnen nun abgeschlagenworden, nichtsdestoweniger erneuern sie ihr Begehren eindringlich. Auf dein nächsten Tag will man Antwortgeben, v. Jeder Bote kennt das Anbringen, das der Herzog von Württemberg durch Rudolf von Ehingenin Betreff der Ausgetretenen gethan hat, welche jetzt einen Aufruhr und eine Versammlung zu Hallau unter-nommen haben. Man hat auf diesem Tag etliche dieser Ungehorsamen, die zu Lucern ergriffen wurden,aus der Eidgenossenschaft weggewiesen und beschloffen, mit den übrigen, welche betreten werden, in gleicherWeise zu verfahren und sie nach Verdienen zu strafen, t. Zürich bringt an, die Unfern in Mailand habenden Vogt Küng von Lucern und den Ammann Jmhof von Uri zu obersten Hauptleuten gemacht. Darüberbeschwert sich Zürich und meint, „ein Statt Zürich sye nit also Harkomen." Das soll Jedermann heimbringenund auf nächstem Tag dießfalls antworten. K. Unsere Bundesgenossen von Mühlhausen haben jedem Ortdie Bundbriefe überantwortet. Man hat ihnen darauf Tag gesetzt auf Samstag nach Johannis; da solljedes Ort seine Boten zu Mühlhausen haben, um von ihnen die Eide abzunehmen und künftig soll der Mühl-hauser Bund jeweilen bei der allgemeinen Bundesbeschwörung erneuert werden. I». Appenzell bringt an,es gehen Einige herum, die an den Bau einer Kirche betteln, aber dazu weder Vollmacht noch Auftrag haben;wan möchte dieselben im Betretensfall festnehmen und strafen, i. Eine Botschaft derer von Baden beschwertsich über die jetzt auf sie gelegte Auflage, sie mögen diese nicht erleiden, es entspreche auch nicht ihrem altenHerkommen, daß ein Vogt solche Auflagen machen könne, solches könne nur durch die VIII Orte oder den