862
März 1515.
wurde der Handel auf den Tag zu Neuenburg verschoben. Inzwischen soll Bern seine Botschaft nach Neuen-burg schicken, um die Gemahrsame daselbst aufzusuchen und bereit zu halten, v. Der Herzog von Württem-berg antwortet bezüglich seiner flüchtigen Unterthanen, er wolle den Eidgenossen zu Ehren und Gefallendenselben Güte beweisen und sie auf eine Supplikation und ziemliche Strafe, doch sicher an Leib und Leben,zurückkehren lassen, nur die ausgenommen, welche des MißHandels Anstifter und Anführer gewesen seien.«I. Freiburg soll seinen Burger, den Helbling, anhalten, nach Neuenburg zu gehen und dort Einen, dener der Ketzerei beschuldigt und iu's Gefänguiß gebracht hat, dieses Verbrechens zu überweisen oder zu ent-schuldigen. v. Jeder Bote weiß, wie dem von Lütishofen von Lucern, jetzt zu Venedig, ein Geleit gegebenworden ist, sich mit Leib und Gut in die Eidgenossenschaft zu verfügen und da haushäblich zu sitzen. L. Daunsere Eidgenossen von Appenzell in die Capitel mit Mailand aufgenommen sind und vom Herzog einePension von 500 Ducaten erhalten, so soll darüber ein Beibrief unter ihrem und des Herzogs Siegel auf-gerichtet werden. K. Da die von Ensisheim für das Urtheil betreffend den Sässeli wieder Tag ansetzenwerden, so soll mau beratheu, ob mau wieder eine Votschaft dazu schicken oder das Urtheil sich schriftlichmittheilen lassen wolle. Es ist zu besorgen, daß Sässeli freigesprochen und die Gerichtskosten von den Botender Eidgenossen gefordert werden, deßhalb hält mau dafür, es wäre besser, „die Sach mit einer Schriftvszerichten." I». Der Theilung des mailändischen Geldes wegen lauteten die Aufträge der Boten diesesTages ungleich, daher will man die Sache nochmals heimbringen und auf dem Tag zu Luceru darüberendlich verhandeln. Z. Der Cardinal von Sitten verlangt durch seine Gesandtschaft, es möchten auf seineKosten Boten aus vier oder sechs Orten mit ihm nach Mailand geschickt werden, um Zeugen zu sein, wieer sich gegen eine Anschuldigung des Bischofs von Lodi verantworte. Diesem Begehren wird entsprochen,der Cardinal mag die Voten selbst aus denjenigen Orten nehmen, welche er auswählt, Da die Mei-nung gefallen ist, diese Voten sollen den Herzog von Mailand ersuchen, den Herrn von Lodi aus seinemRegiment zu entfernen, so soll jeder Bote auf den nächsten Tag den dießfälligen Willen seiner Obern ein-holen. K. Jeder Bote weiß zu sagen, wie wir uns auf päpstlicher Heiligkeit Schreiben durch ein Missivverantwortet, auch dem Cardinal von Sitten bezüglich einiger Pfründen, die der Cardinal von St. Severinanspricht, freundliche Förderung gethan und endlich begehrt haben, daß dem Rechte gegen Jörg auf der Fluhsein Gang gelassen werde. «». Von einer glaubwürdigen Person aus Burgund ist die Nachricht gekommen,daß des Königs von England und des Erzherzogs von Burgund Botschaften bei dem König von Frankreichgewesen seien und daß bereits zwischen beiden Königen der Friede geschlossen sei, wobei der König von Eng-land dem von Frankreich die Stadt Dornaps (Tournap) gegen eine Summe Geldes zurückerstattet habe.Ferner heiße es, sobald der in Flandern gefangene Herr von Büssi freigegeben werde, werde auch der Friedezwischen dem König und dem Erzherzogthum zu Stande kommen. Endlich sollen auf Montag vor Mitte-fasten (12. März) 1000 Glene und eine Anzahl Fußtruppen in das Herzogthum Burgund gekommen sein,i». Die Botschaft des Kaisers hat in Beisein derjenigen des Königs von Aragonien und des Herzogs vonMailand, hinsichtlich des Zugs nach Frankreich, weßhalb dieser Tag angesetzt ist, eröffnet, der Kaiser habein Ansehung der Wichtigkeit der Sache beschlossen, dieselbe mit der päpstlichen, aragonischen und mailändi-schen Gesandtschast persönlich zu berathen und deßhalb einen Tag nach Viberach auf St. Jörgentag nächsthinangesetzt. Zu diesem Tage, wünscht der Kaiser, möchten die Eidgenossen aus jedem Ort, sowie auch ausWallis und Graubünden je einen Boten in des gemeinen Bundes Kosten senden, mit Vollmacht, in Sachendes erwähnten Zugs zu beschließen, was aller Theile Lob, Nutzen und Ehre sei. Und wenn auch der Zug