September 1514.
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8. Zwischen unsern Hauptleuten und Knechten im Schloß waltet Streit wegen der IS Kronen, die derHerzog jedem Hauptmann geschenkt hat. Die Knechte behaupten, die 15 Kronen seien den Hauptleuten nurgegeben worden, damit sie minder auf Besetzung der Thürme und hohen Wehren durch die Unsern und auchauf Bezahlung des Solds der Knechte dringen. Die Hauptleute protestiren gegen diesen Argwohn; die fünfzehnKronen seien nur Soldaufbesserung, wie solche auch die Hauptleute zu Cremona erhalten haben, sie haben sichauch für die Knechte verwendet aber umsonst.
9. Ferner klagen die Knechte, die Hauptleute wollen auch Richter sein und beziehen dafür den „Lütinersold".Sie seien sehr streng und schicken einen armen Gesellen wegen geringer Sachen heim. Das wollen die Knechtenicht mehr leiden, sondern unter sich solche ausziehen, die zu Gericht sitzen und den Lütinersold theilen.
10. Die Knechte klagen, die Hauptleute nehmen den achtzehner Sold, wenn sie nicht den achtzehnten Mannhaben: dieser Sold sollte billiger den Knechten gehören.
11. Darauf antworten die Hauptleute, sie haben vom Herzog die Bestellung eines besoldeten Gerichts ver-langt, aber dieser habe geantwortet, sie sollen die Nichter mit den Uebersölden bezahlen, das wollten dann dieKnechte nicht leiden, sondern haben die vorschießenden Uebersölde unter sich getheilt, weßhalb man den Lütinersoldfür das Gericht habe verwenden müssen. Um fünf Sölde müsse ihrer einer ein ganzes Jahr zu Gericht sitzen.Niemand sei übrigens gestraft worden als wer es verdiente. Den achtzehnten Sold habe der Herzog oder HerrGaleazzo ihnen so gegeben, daß er jedem Hauptmann für einen Diener zukommen soll, ob er einen halte odernicht, er gehe also den gemeinen Mann nichts an.
Diese Irrungen unter den Hauptleuten und Knechten haben wir an unsere Obern zu bringen genommenund jenen befohlen, bis zu deren Entscheid sich gegen einander ruhig zu verhalten.
12. Herr Hieronymus Morone ist auf Befehl des Herzogs zu uns gekommen, hat uns abermals dessengroße Armuth vorgehalten und eine lange lateinische Schrift übergeben, worin alles enthalten ist, was der Herzogvon Monat zu Monat haben muß. Die Hauptsummen sind folgende:
Die Besatzungen derSchlösser Mailand, Cremona, Novara, „Pizleone" (Pizzighctone?) und „Trez" (Trezzo?)kosten monatlich 4000 Ducaten
Die Garde zu Roß und zu Fuß 2000 „
Die reisigen Pferde, es seien Glane oder leichte Reiterei zur Sicherung des Landes . 8000 „
Der Richter und Amtleute Sölde 1000 „
Der reisige und Fußzug vor Cremona gegen die Venediger .... 1500 „
Der Eidgenossenschast ist der Herzog jetzt schuldig 65000 „
Eben so viel wird er zu Weihnachten schuldig werden.
Zur gehörigen Versorgung der Schlösser bedürfte er 30000 „
Für den Fall eines neuen Einbruchs der Franzosen sollte zudem eine erkleckliche Summe zur Besoldungder eidgenössischen Hülfsvölker vorhanden sein.
Das Alles gebe er uns zu erkennen, damit unsere Herren desto geneigter und beflissener seien, die Steuervon den Mailändern, die auf 200,000 Ducaten angeschlagen sei, zur Hälfte von der Stadt Mailand, zur Hälftevon den andern Städten zu fordern und einzuziehen.
Jeder Bote weiß, wie wir daraus zweimal mit den Mailändern geredet haben, nämlich mit den Zwölfen,die man nennt ckcz zwovisiono, auch mit den Lorvatorss justieis und Eorwilii ssorsti, die uns der Herzog hatbesammeln lassen, und welche Antwort sie uns gegeben haben, nämlich, sie haben nicht Gewalt, eine Steuer aufdie Gemeinde zu legen ohne der Gemeinde Wissen und Willen u. s. w. Der Herzog hält aber nicht für räthlich,eine Gemeinde zu berufen, weil die Mailänder kürzlich die Erlaubniß, ihren Rath zu bcsammeln, zu einem An-schlag wider ihn benutzt haben und zu befürchten sei, daß eine Gemeinde-Versammlung noch Schlimmeres nach