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September 1514.
Stein, von Lucern Hans Egli, von Glarus Marx Mab und von Basel Heinrich Mcltinger sammt den zweiBoten zu Mailand Hans Fleckli von Schwpz und Peter Falk von Freiburg nach ihrer Instruction folgenderGestalt gehandelt und einen Abschied gemacht:
1. Da wir nach Mailand gekommen, haben wir mit dem Herzog angelegentlich geredet über die Versor-gung der Schlösser, die Bezahlung der Rückstände und über Meister Andreas von Burgo. Anfänglich hat derHerzog uns die Besetzung des Schlosses abgeschlagen in Meinung,.der Papst, der Kaiser, der König von Spanienund andere Fürsten sehen es mit Argwohn an, daß wir die Schlösser besetzen: ihm selbst gereiche es bei seinenUnterthanen zu Verkleinerung, wie er dieses unfern Boten schon mehrfach gesagt und namentlich habe er mit denletzten Boten einen dießfälligen Abschied gemacht, den sie hinter sich zu bringen genommen: bei diesem zu bleibensei er noch bereit. Das haben wir ihm aber abgeschlagen und gesagt, es sei unserer Herren Meinung, daß er dieRocca und das Schloß mit unserer Eidgenossenschaft Knechten besetzen und deren Zahl vermehren soll, damit sienicht wie bisher „in sorgen ligen" müssen. Der Herzog hat darauf nicht sofort Antwort gegeben, sondern sichdiesen und die andern Artikel zu bedenken genommen.
2. Tags darauf hat er Antwort gegeben der Pension und ausstehenden Schuld wegen. Er sage unfernHerren für die lange Geduld besten Dank und habe vor guter Zeit schon von den Mailändern eine Steuer gefor-dert, um diese Schuld abtragen zu können, sie wollen ihm aber nicht gehorsam sein, deßhalb bitte er uns, dieMailänder zu bereden, daß sie ihm diese Steuer geben, er wolle sie uns selbst einziehen lassen und nichts davonfür sich verwenden.
I. Wegen Meister Andreas de Burgo antwortet der Herzog, es sei vor Kurzem die Rede gegangen, kaiser-liche Majestät und der König von Spanien gehen damit um, ihn von dem Herzogthum zu „schupfen". Da nunMeister Andreas des Kaisers Botschafter und wahrscheinlich von diesen Praciiken unterrichtet sei, aber ihm, demHerzog, mit keinem Wort davon Kenntnis; gegeben habe, so habe er auf denselben einen „Grusen vnd vnwillen"geworfen und ihm nichts vertraut. Seither aber, da sich die Grundlosigkeit jener Rede ergeben, habe er ihmsein Vertrauen wieder zugewendet, das möchten wir unfern Herren sagen.
4. Als wir den Knechten zu Cremona geschrieben haben, sie möchten uns ihre Anliegen auch eröffnen, sosind vier derselben zu uns nach Lodi gekommen und haben abermals ihre Lage und ihr Verhältniß zum Haupt-mann und den welschen Knechten gerühmt; auch die Vorräthe mit Ausnahme von Fleisch, Oel und Büchsen-pulver seien in gutem Stande. Nur wünschten sie, daß 20 oder 30 welsche Knechte fortgeschickt und dafür Eid-genossen gesendet würden, um das Verhältnis; gleicher Stärke herzustellen. Der Herzog wolle für Herstellungder Vorräthe sorgen, hält aber nicht für nöthig, Jemanden von den Seinen aus dein Schloß zu thun, so langein brüderliches Verhältnis; stattfinde; wäre den Unfern Jemand argwöhnig, so werde er solche ablösen lassen.
5. Auf die Verwendung, die wir schriftlich beim Markgrafen von Montferrat für die Kinder der Mark-gräfin von Jncisa, die jener durch ein Urtheil unschuldig ums Leben bringen wollte, gethan haben, hat er durchdrei Boten geantwortet, er wolle die Kinder an seinem Hofe wohl erziehen lassen, damit sie änderst werden, alsihr Vater gewesen sei.
6. Ebenso hatten wir dem Markgrafen von Montferrat der (mailändischen) Banditen und Rebellen wegengeschrieben, die sich in seinem Lande zu großem Schaden des Herzogs aufhalten. Mit seiner Antwort war derHerzog nicht besonders zufrieden und glaubt, er werde an ihm stets einen kalten Freund haben.
7. Herr Andreas de Burgo verantwortet sich über all sein Thun und Lassen und erbietet sich zu Recht,obschon er kaiserlicher Orator sei. Alle gegen ihn erhobene Verdächtigungen seien unbegründet, seine Vorfahrenseien 700 Jahre lang im Land gewesen, er selbst sei schon im 14. Altersjahr zu Herzog Ludwig gekommen, mitihm aus dem Land gewichen und um das Seinige gekommen, weßhalb nicht zu bezweifeln, daß er gut herzoglichgesinnt sei u. s. w.