Juli 1514.
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und Ungehorsam erwarten u. s. w. Da wir uns mit dieser Antwort nicht begnügten, sondern eine andere ver-langten, wodurch unsere Hauptleute und Knechte in Sicherheit gesetzt würden, hat uns der Herzog durch denCardinal sagen lassen, er wolle den Unsern den ganzen hintern Theil des Schlosses mit den Bollwerken über-geben. Damit waren aber unsere Hauptleute auch nicht zufrieden, und wie uns schien, mit Grund, weßhalb wirnoch die Thürme forderten. Darauf hat der Herzog zu Bezeugung seines guten Willens sich erboten: 1. DenHauptmann Silvio mit seinen, den unsern besonders widerwärtigen und verdächtigen Neapolitanern und Noma-gnolen aus dem Schloß zu entfernen und nur bekannte Mailänder an deren Stelle zu setzen, die freundlich undbrüderlich mit den Unsern leben sollen. 2. Die Thürme im Vorschloß durch Niemanden anders als seinen VetterFrancesco Sforza regieren und die Verschlüsse im Innern des Schlosses wegräumen zu lassen. 3. Die vermauertenThore sollen geöffnet werden, damit die Unsern ringsum im hintern und vordern Theil des Schlosses wohnenund wandeln können. 4. Die Zugänge zu den hohen Wehren und Letzinnen sollen den Unsern offen stehen.5. Die Schlüssel zu dem Thor, das die Unsern innehaben, sollen dem Herzog oder in seiner Abwesenheit einemStellvertreter übergeben werden und sein Vetter Francesco Sforza soll den Befehl in der Rocca erhalten. Habendie Hauptleute und Knechte fttrderhin Klagen, so sollen sie selbe bei ihm oder dem Cardinal anbringen, es werdenach Möglichkeit ihnen Rechnung getragen werden. Diese Vorschläge haben wir ohne Zustimmung an unsereHerren zu bringen genommen, v. Die Hauptleute und Knechte zu Cremona berichten auf unser Schreiben, daßsie mit dem obersten Hauptmann und den Welschen in bester Freundschaft leben und sich in die Bewachung desSchlosses theilen, als ob alle Eidgenossen wären. Deßhalb gab dieses Schloß zu keinen weitern VerhandlungenAnlaß. «1. Man soll auch berichten, wie beflissen der Herr Cardinal uns in Allem seine Hülfe, deren wir sehrbcnöthigt waren, geleistet hat. v. Der päpstlichen Vcreinung halb soll man heimbringen, wie sehr dem Papstdaran liege, die italienischen Staaten mit der Eidgenossenschaft in Verbindung zu bringen und der großenUntreue der Fürsten zuvorzukommen. Alles das soll sehr geheim verhandelt werden, damit die Gegner des Herzogsvon Mailand und der Eidgenossen davon nicht Wind bekommen, k. Die drei edeln Geschlechter von Luggarusde Orello, de Magoria und de Muralto haben ihre Briefe von vier römischen Kaisern, einem Erzbischof von Comound ein Urtheil des Parlamentes von Mailand wider den König von Frankreich für ihre Zollbcrechtigungenvorgelegt. Die Sache soll auf dem nächsten Tag angebracht werden, damit den Edeln der Brief, der ihnen aufdem Tag zu Bern auf Quasimodo gehalten, zugesagt ist, aufgerichtet und sie um die ausstehenden Zölle seit demUebergang der Herrschast Luggarus in unsere Hand befriedigt werden. Der Zoll beträgt jährlich 87 Pfund19 Kreuzer 8 Den. Mailänder Währung oder ILfto Kronen. Ein Graf hat dein Cardinal geschrieben, esdürfte zweckmäßig sein, 4000—6000 Eidgenossen an das Gebirg gegen Saluzzo oder Susa zu legen, um fran-zösischen Einfällen vorzubeugen; Verpflegung würden sie in den Ortschaften finden, dazu sollte der Herzog vonMailand jedem Knecht monatlich 1 Krone geben. Ii. Die Knechte von Mailand beladen sich vieler fremderAnsprachen; man soll berathen, wie dieses abzustellen sei. I. Es wird angesehen, daß man auf Sonntag nachUlrici (9. Juli) zu Bern sein soll.
Zu I». Diese Antworten des Herzogs sind näher ausgeführt in einem Schreiben desselben an die Boten,(Bern, Allg. Eidg. Abschiede 0. 471—478) das auf die Verhältnisse des Herzogs zu den Eidgenossen, namentlichzur Besatzungsmannschaft des Schlosses u. s. w. ein interessantes Licht wirft.
L, I» nach dem Schwyzer- und Berner Exemplar.