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3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
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Juli 1514.

des Zolls zu Luggarus haben die dortigen Edeln unfern Boten von vier Orten, welche jüngst zu Mailandwaren, glaubwürdige Documente vorgelegt; man soll daher auf nächstem Tag sich aussprechen, ob man dieseEdeln bei ihrer Gerechtigkeit bleiben lassen oder ihnen dafür aus dem gemeinen Seckel Ersatz leisten wolle.I. Ebenso soll man auf nächstem Tag antworten, ob man auf das Begehren von Wallis, Appenzell undSt. Gallen eintreten wolle, sie aus der Zahlung und Pension von Mailand zu bedenken. Ii.. Jeder Boteweiß, wie und aus welchen Ursachen wir dem Herzog von Mailand geschriebeil haben, den Joachim heim-zuberufen und an dessen Statt den Hieronymus Morone zu uns zu schickeil. I. Dieser Tag ist vorzüglichder päpstlichen Vereinung wegen angesetzt. Auf das Schreiben, das man von: Schwörtag zu Uri an denCardinal von Sitten erlasseil hat, ist derselbe in Person erschienen und man hat nach vieleil gegenseitiggewechselten guteil und freundlichen Worten mit ihm die gedachte Vereinung vorgenommen und nach einemschriftlicheil Entwurf gründlich erwogen. Da aber wir Boten zu endlichem Abschluß nicht bevollmächtigtwaren und auch der Cardinal glaubte, über etliche unsererseits gemachte Abänderungen am Entwurf durchden Bischof von Verulan die Willensmeinung Seiner Heiligkeit einzuvernehmen, sobald durch unsere Herrenfestgestellt sei, wobei sie bleiben wollen, so hat man wieder nach Bern Tag gesetzt auf Sonntag nach St. Jacobs-tag nächsthin (30. Juli), um in der Sache zu beschließen, was den Obrigkeiten gefallen wird. >»». DieBoten der Städte und Länder gemeiner Eidgenossenschaft jetzt zu Bern versammelt, schreiben unter dem13. Juli (Donstag Usurioi Iiupsratoris) an Lucern, sie vernehmen, daß bei 6000 Knechte aufzubrechenund zunächst nach Morteau in Burgund zu ziehen iin Begriff stehen, angeblich gegen einige Landsknechte,unter der Hand möchte aber eine andere, den Eidgenossen höchst mißfällige Meinung zu Grunde liegen.Daher Bitte, allenthalben zu trachten, diesen Aufbruch zurückzuhalten, um Aergeres, das daraus erwachsenmöchte, zu verhüten.

Zu in. Staatsarchiv Lucern: Ungebundene Abschiede.

Zu diesem Abschied gehört auch folgender undatirter Bericht der Boteil von Mailand, da dieser Tag vonihnen angesetzt war:

n. Es weiß jeder Bote zu sagen, wie wir nach Mailand gekommen sind, da unsere Hauptleute und Knechteüber ihre Anliegen verhört und das Schloß und die Rocca besichtigt und gefunden haben, daß sie nicht zumBesten versorgt sind, weßhalb wir beschlossen haben, solches dem Cardinal anzuzeigen und dessen Rath und Hülfe inAnspruch zu nehmen. Wir sind zu demselben nachWegesa" (Vigevano) geritten und haben ihn ganz gutwillig undtröstlich gefunden; er ist auch mit uns nach Pavia zum Herzog geritten, der uns gnädig und freundlich empfing.Z». An demselben Tag hatten wir beim Herzog in Abwesenheit aller seiner Näthe, wie wir es begehrt hatten,eine Audienz, wobei Ammann Schwarzmurer von Zug mit großem Fleiß und Geschick die Aufträge unsererObern in Betreff der Schlösser Mailand und Cremona vortrug und die Mängel, die wir im Schloß zu Mailandgefunden, erörterte und deren Abhülfe verlangte, sowie daß Neapolitaner, Spanier und Nomagnolen aus denzwei Schlössern entfernt und dieselben gänzlich den Eidgenossen anvertraut werden. Sofern solches nicht geschehenwollte, würden meine Herren die Ihrigen abrufen und zurückziehen. Der Herzog begehrte Bedenkzeit und ließnach einigen Tagen uns seine Antwort schriftlich übergeben. Darin erklärte er, daß die mißliebigen Anordnun-gen im Schloß zu Mailand allein zu dem Zweck stattgefunden haben, um die beständigen Reibungen zwischenden Unfern und den Welschen zu hindern, man möchte also das nicht zu Argem aufnehmen. Da die Franzosenaus dem Delphinat und von den Grenzen des Herzogthums abgezogen seien, würde es ihm, dem Herzog, bei demPapst, Kaiser, Spanien und in ganz Italien üble Nachrede bringen, wenn jetzt, wo keine Gefahr vorhanden, dieEidgenossen die Bewachung der Schlösser allein in Anspruch nähmen, er müßte auch von den Seinigen Unwillen