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April 1514.
berg, Schaffhausen den Schad, welche um die Verrätherei gewußt, genau einvernehmen und auf den Tagzu Bern berichten, damit die Schuldigen gestraft werden. Denen, welche von Thomas Lüti angegebensind und sich verantworten wollen, wird Geleit hiezu gegeben. 4. Was Heinrich Rubli, Wirth zu Zürichdes von Mezibres und der andern Gefangenen wegen in Betreff des Lohnes der Knechte, die sie gehütet,angebracht hat, weiß jeder Bote und soll auf dem Tag zu Bern darüber Bescheid gegeben werden.
Zu 1». Die Instruction an die Boten ckä. Zürich 7. April 1514 siehe im Zürcher Abschied VI. 159.
Zu t. Folgendes ist nach dem Solothurner Exemplar das Anbringen der Boten des Cardinals:
Päpstliche Heiligkeit hat in Eile den Protonotar de Caranagni, gewesenen mailändischen Boten zu Rom. zumCardinal heraus geschickt und vier Tage darnach den langen Herrn Peter, Seiner Heiligkeit Kämmerling, der einWalliser und früher beim Cardinal Kaplan gewesen, ihm „in postenwis" nachfolgen lassen. Beide sollten mitdem Cardinal reden, daß er Nachfolgendes beförderlich an die Eidgenossen bringe: Nämlich der Papst seiberichtet, die Könige von Spanien und Frankreich haben einen Waffenstillstand und Frieden mit einander ge-macht, der König von Frankreich gebe seine jüngere Tochter dem Tochtersohne des Königs von Spanien, genanntFerdinands, zur Ehe und diesem sei das Herzogthum Mailand zur Heimsteuer versprochen. Ob das auch desKaisers Wille sei, wisse man noch nicht gewiß, argwöhne es aber, denn der König von Spanien stehe in großemHandel mit dem Kaiser und wolle ihm 1000 Cürassiere und 10,009 Fußknechte zu völliger Unterdrückung derVenediger leihen, deren Lande dann auch an genannten Ferdinands fallen sollen. Den Papst haben die beidenKönige um seine Einwilligung angegangen und ihm anerboten, seinem Bruder Magnifico Julio Parma, Pia-cenza, Ferrara und Reggio auch Modena mit aller Zubehörde, das ist fünf Bisthümer, zu geben. DerPapst wolle aber davon nichts hören, sondern sei sammt allen freien Staaten in Italien entsetzt über solchePläne, ganz Italien würde von einem so mächtigen Fürsten unterdrückt und der Papst ein „schlechter Bischof"werden. Dieser Ferdinands würde König von Spanien, Neapel, Calabrien und nach diesem Plan dazu Mailandund Venedig beherrschen, außer dem Herzogthum Oesterreich und wäre somit Herr der halben Christenheit.Dem wolle seine Heiligkeit vorbauen und den Herzog von Mailand bei seinem Erbe behalten, begehre deßhalbsammt den Ständen in Italien als Florenz, Geschlecht Medicis, Siena, Lucca, Genua, mit den Eidgenossenein Bündnis; zum Schutze des Herzogthums Mailand gegen die beiden Könige und Jedermann, anerbiete denEidgenossen ein Jahrgeld, wie sie von Mailand eines haben, dazu wolle er 1400—2000 Glene ausrüsten und14,000—20,000 Eidgenossen in Sold nehmen, um alle Feinde aus Italien zu vertreiben. Wenn die Eidgenossendieses Bündnisses wegen Krieg in ihrem Land bekommen, so wolle der Papst und die Bundesgenossen ihnen eineAnzahl Knechte besolden und ihnen mit Reisigen zu Hülfe kommen. Die Vereinung soll auf Lebenszeit desPapstes und zehn Jahre darnach, oder auf ewig mit der Kirche gestellt werden, wie es den Eidgenossen bessergefalle. ZumsZeichen seines guten Willens wolle er ihnen zu Händen des Herzogs von Mailand Parma und Pia-cenza übergeben. — Wenn der Kaiser, über dessen Absichten man im Ungewissen sei, gegen die Franzosen im Kriegbeharren wolle, so räth der Cardinal, „den nit vßzuschlahen", damit wir weniger Feinde und mehr Feundehaben. Um alles dieses anzubringen, hat der Cardinal den Burgermeister Falk mit vr. Constanz Keller heraus-geschickt. Er räth auch, daß man einen geschickten Mann zum König von England sende, um selben in seinemVorhaben gegen Frankreich zu bestärken, er selbst wolle die Kosten der Sendung bezahlen, wenn es nicht derKönig von England thue.
Zu It. 1514. 31. März, Braunau. Kaiser Maximilians Creditiv für vr. Wilhelm von Neichenbach aufden Tag Judica, Staatsarchiv Zürich.