worden ist I- Der Herzog von Savoyen hat sich schriftlich und durch seinen Secretarius verantwortetüber die Rede daß seine Leute dein König von Frankreich zuziehen, und weiter gebeten, daß man zu dieserZeit keine Anforderungen an ihn stellen möchte, die ihm verderblich werden könnten. Es wird ihm geschrieben,man wolle das heimbringen und sei übrigens guter Hoffnung, er halte getreues Aufsehen auf uns. I. Heim-bringen ob mau fernere Anschlage und Aufgebote thun wolle, um gegen alle Eventualitäten gerüstet zu sein,k. Die von Baden fordern von den Unfern einen Zoll, der vorher nicht üblich war und eine Neuerungsein soll Darüber soll auf dem Tag zu Baden verhandelt werden. R. Die kaiserlichen Boten haben aufden letzten Abschied die Instruction, welche sie von kaiserlicher Majestät erhalten, eröffnet. Dieselbe gehtW Wesentlichen dahin daß der Kaiser die 1000 Reisigen nicht so eilig zu den Unfern senden könne, denndieselben seien in Dietrichsbern (Verona) von den Venedigern belagert, aber das Geschütz werde er sofort denUnsrigen zuschicken auch trachten 400-500 gut genistete Reisige hiueinzufertigen und die Zahl nach und nachSU erfüllen Die anerbotenen 10 ,000 Gl. für die 8000 Knechte werde man in Fuggers Bank zu Mailandfinden Bezüglich der Rüstung des Volks an der Etsch und im Tprol, Elsaß, Suntgan und Breisgaubleibe es bei der laut letztem Abschied zu Zürich getroffenen Abrede. Dabei begehrt aber der Kaiser, mauMöchte sich jetzt schon über allfällige Eroberungen und das Verhalten bei Friedensunterhandlungen mit demKonig von Frankreich verständigen. Darauf wird geantwortet, die Unfern seien im Namen Gottes aus-sogen die können wir nicht wenden und lassen es beim vorigen Abschied bleiben, in der Zuversicht, kaiser-liche Majestät werde uns Eidgenossen allen möglichen Trost erweisen und für die reisigen Knechte und dasGeld sorgen s». Mit den kaiserlichen Boten wird auch geredet, daß sie dafür sorgen möchten, daß unsdie noch unbezahlt' ausstehenden Pensionen laut der Erbeinung beförderlich bezahlt werden. Bezüglichder Anspreche! gegen römisch kaiserliche Majestät wird Tag angesetzt nach Baden auf St. Johauuestag imSommer uächsthin (A4. Juni). Da sollen der kaiserlichen Majestät und der Eidgenossen Voten und auchdie Ansprechen sich einfinden und die Sachen nach Nothdurft verhandelt werden. «». Jeder Bote weiß auch,was päpstlicher Heiligkeit Botschaft auf den letzten Abschied geantwortet hat, sie wolle sorgen, daß den Knechten,die im ersten Zug zum Papst gewesen, die 25,000 rhein. Gl. entrichtet werden und auf unser Begehrenum eine größere Summe an den Papst schreiben, ferner 'volle sie die verfallene Pension gegen ziemlicheQuittung bezahlen, endlich möchte sie die bestehende Vereinung erweitern. Darauf wird erwidert, die25,000 rhein. Gl. für die Knechte wolle man nehmen in der Hoffnung, daß, wenn mehr erhältlich sei, diepapstliche Botschaft es nicht daran ermangeln lasse. Die verfallene Pension wollen die ineisten Orte annehmenund dafür guittiren, die übrigen, welche keine Vollmacht haben, sollen das heimbringen. In eine Erläu-lerung und Erweiterung der Vereinung will man zur Zeit nicht eintreten, sondern bei der alten verbleibens° lang ihre Dauer währt, auch glaubt mau nicht, daß eine Erneuerung nöthig sei, bevor sie ausgelaufen ist.
Im Zürcher Abschied VI. 57—69, unmittelbar nach dem Abschied vom 30. Mai, folgen ohne Datum sehrinteressante Verzichte des Benedict Hagg, Conrad Guggenhusen, Ambrosius Eigen u. s. w. „abgelegt" vor denBoten der Eidgenossen über die französischen Umtriebe und Werbungen zu dieser Zeit mit Nennung vieler dabeibeteiligter Personen in der Eidgenossenschaft. Erni Moser von Lucern, Schultheiß Conrad von Solothurn u. s. w.