April 1513. 703
gering bedünkt so haben wir mit dem Boten geredet, daß er 4000 nehme und wenn er dazu nicht Voll-macht besitze dem Herzog schreibe, damit man auf nächstem Tag die Abtheilung machen könne. Fernerbegehrt er 'unter Entschuldigung des Verzugs, daß mau die aus Lichtmeß verfallene erste Zahlung von25000 Ducaten von ihm empfangen wolle. Da wir verstanden haben, daß das Geld hier liegt. Lucern,das die mailändische Vereinung nicht besiegelt, gleichwohl seinen Theil verlange, auch Abt und Stadt vonSt. Gallen Appenzell, Biel, Saanen und alle andern Zugewandten ebenfalls bitten sie zu bedenken, aucheine Minung fällt das Geld soll den Leuten, nicht den Orten nach getheilt werden, so hat man in Ermang-luna von Vallmacküen und Befehlen über alles dieses einen andern Tag nach Zürich gesetzt auf Sonntagwr St ^örgentag (17. April), um über alle diese Punkte mit Vollmacht der Obern Beschlüsse zu fassen.». Uri Sclnvv' und Unterwalden sollen nächsten Montag (11. April) ihre Boten zu Lucern haben umDienstaas da vor Näthen und Hunderten, Mittwochs vor der Gemeinde in unser aller Namen zu bitten,daß sie mit uns in die mailändische Vereinung gehen und sich darin von uns nicht sondern. It.. Bezüglichdes bösen schändlichen Handels mit dem Juden zu Novara hat man beschlossen, daß die zwölf schuldigenKnecbt.. Namen bier verzeichnet stehen, gefangen gehalten werden sollen, bis zu dem angesetzten Tag,
und Nvt ü>ine Botschaft mit Vollmacht abfertigen soll, gegen denselben so zu handeln, daß solche Schänd-lichkeit glstmft und Schlimmeres abgestellt werde. I. Bezüglich der Bitte des Caspar Göldli von Zürichin Betreff des Nichteramts zu Lauis soll man den Bericht der Boten, die jetzt dort sind, abwarten unddann daran sein daß dem Richter eine gute Besoldung ausgesetzt werde, indem mit seinem Amte großeMühe und Arbeit verbunden ist. °»- Jeder Bote kennt die Verantwortung des Herrn von Sax bezüglichdes Handels mit dem Juden von Novara, woraus sich erfindet, daß er davon nichts gewußt und an demHandel keine Schuld trägt. ». Auf diesem Tag ist das Breve augehört worden, das der neue Papst nachZürich geschickt und das auch allen Orten zugekommen ist. Da dasselbe anzeigt, daß der Cardinal vonSitten m s weitere Mittheilungen machen werde, so hat man m Abschied genommen, daß wenn nnttlerweckeEröffnungen des Cardinals einlangen, man sich auf den nächste.: Tag mit Vollmachten zur daherigen Ver-handlnna nencste «. Feruer wird ein Brief des Bischofs von Lodi an Jörg auf der Fluh eröffnet, desInhalts das der Cardinal von Sitten wohl 500,000 Ducaten eingenommen und weniger den 400,000ausaen^.. w« übriae aber für sich behalten habe. Darüber soll man sich auch unterreden, was darin zuthun sei ' Auf das Verlangen der kaiserlichen Räthe, man möchte dem Kaiser sechstausend Knechte zueinem Zua nach Geldern bewilligen, wird mit guten Worten geantwortet, da wir mit dem König von Frank-reich nock, in offener Fehde stehen und nicht wissen, wie dieselbe einen Ausgang nehmen könne, auch deinHerzoa vonMailand kraft unserer Vereinung die von ihm geforderten Knechte nicht abschlagen können, sowolle es sich uns nicht schicken, zu dieser Zeit weitere 6000 Knechte außer Land ziehen zu lassen; wenn aberder Krie üt Frankreich beseitigt sein werde und dann kaiserliche Majestät etwas von uns verlange, so werdenunsere Herren und Obern sich ohne Zweifel bereitwillig zeigen, kaiserlicher Majestät alle mögliche Gehorsameund Untertstüniakeit zu beweisen. «,. Die kaiserlichen Anwälte haben gebeten, daß wir mit dein König vonFrankreich keinen Bericht noch Frieden hinter dein Papst und Kaiser durch machen, namentlich keinen, derden: heiligen Stuhl dem römischen Reich oder dem Haus Oesterreich zum Schaden gereiche. Da sie aufdem letzten Tag nichts derartiges angebracht und wir daher keine Instruction haben, wird das Begehrenw Abschied genommen, damit unsere Herren und Obern dessen eingedenk seien und „allweg des schicklichstenwiissen zu handeln." . Jeder Bote soll seinen Herren berichten, welche Schmach dem kaiserlichen Boten,