Februar 1513. 689
reich sei wider den heiligen Stuhl, die Venediger des Kaisers und des Reichs offene Feinde, beide vom Papst in
Bann und andere Censuren verfällt, dcßhalb möchten die Eidgenossen als Gehorsame der Kirche und Glieder
des Reichs sich mit diesen und Andern, die gleiche Tendenz verfolgen, in Nichts einlassen, ihnen auch keine Knechte
zu werben und wegzuführen gestatten, um nicht des Banns u. s. w. theilhaftig zu werden, auch bedenken, was
sie Kaiser und dem Herzog von Mailand kraft aufgerichteter Vereinung schuldig seien u, s. w.
,ce oem «cn;tn, uuv " ^ Staatsarchiv Bern: Allg. Eidg, Abschied-, Archiv Schwyz.
F Antwurt vnd beger der Eidgenossen boten vff anbringen der künglichen Räten von Frankrich
I^Da wir mit dem heiligen Vater, dem Kaiser und andern Fürsten, die annoch gegen Frankreich im Kriegesieben in Bündnis; und Einung seien, so falle es uns schwer, Frieden und Freundschaft mit dem König anzu-
s s> >1 se'en die mehreren Orte Willens, von einem Frieden zu reden, unter folgenden Bedingungen:ne)mcn. ^ ^<m behalten vor päpstliche Heiligkeit, kaiserliche Majestät und Andere, die Bündniß undEinung' mit chnen haben, daß solcher Friede diesen Bündnissen unvorgreiflich und unschädlich sein soll.
3 De Köni soll die Plätze und Schlösser in Mailand, die noch in seinen Händen, uns und sonst Nieman-den übergeben und sich des Herzogthums gänzlich entziehen.
4 D'' bei Ertheilung des Geleits an die französtsche Gesandtschaft gegebene Versicherung und Verschrei-
st b ds keiner Zeit ohne der Obrigkeiten Gunst und Willen solche Werbungen stattfinden dürfen,au zehnem ^ ° ^ ^ beförderlich ein Tag zu gütlicher Verhandlung angesetzt werden und werden sie
da nicht befriedigt, so soll der König ihnen vor uns Eidgenossen zu Recht stehen.
0 Zuletzt soll von einer Vererung dem gemeinen Mann" für seine Kosten geredet werden, wie des Königs
Boten früher schon angetragen haben.
ar die Botschaft des küngs beschächen vber die antwurt vnd beger durch die botschaften miner
Herren der Eidgnossen gen Inen getan zu Lutzern des letzten Tags Hornung."
Betreffend den ersten Artikel, in welchem die Eidgenossen meinen, es dürfte ihnen nicht schicklich sein, mitdem König Frieden und Freundschaft zu machen wegen der Bündnisse, die sie mit dem Papst, dem Kaiser undande cl mit Frankreich im Kriege stehenden Fürsten haben, antwortet der König, er glaube mit dem Papst,deni^K riser und andern Fürsten keinen Krieg zu haben, sondern nur das Seinige zu beschirmen, das hindere alsodie Eidgenossen nicht, mit ihm Frieden und Freundschaft zu machen. Die genannten Fürsten würden nur gerne
sehen, wie wir uns gegenseitig zerstörten. ^ 5. m cr K -? ^ or r s ^
0 Da die Eidgenossen für nothwendig erachten, den Papst, den Kaiser und Andere vorzubehalten, meme
der König -war solches sei unnöthig. da es sich nur darum handle, zwischen ihm und ihnen ihre eigenen Streitig-keit .„talei'cben nicht sich gegen Andere zu verbinden; doch sei der König, wenn sie es wünschen, bereit, denVorbebak des Papstes und des heiligen Stuhls und des heiligen römischen Reichs zuzulassen.
3 Da die Eidgenossen verlangen, daß der König die noch in seinen Händen befindlichen Schlösser undfesten Vl"Ue im Mailändischen räumen und selbe in keine andern als ihre Hände übergeben und auf dasHerzogtum verzichten soll, so glaubt dagegen die Botschaft des Königs, die Eidgenosien sollten sich mit dembegnügen was der König in Hoffnung, dann den Frieden zu erlangen, ihnen gegenüber bereits gethan. indem erikme d' > Scblösser und Herrschaften Lauis und Luggarus mit aller Zubehörde und allem darin befindlichen Kriegs-material übergeben und ihnen das Geld, das die dortigen Besatzungen nach Kriegsrecht genommen, 1700 bis1800 Kronen zurückerstattet und auf den Fall des Friedens ihnen zudem noch eine „Eerung vnd begabung"nebst Befriedigung der Ansprecher in Aussicht gestellt habe. Die übrigen Schlösser im Mailändischen zu räumenerlaube die Ehre des Königs nicht; die Eidgenossen haben auch weder Verpflichtung noch Interesse, darauf zudringen und würden besser thun, von Andern, die jetzt viele Schlösser und Plätze im Mailändischcn inne haben
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