Juli 1512. 637
im Felde, namentlich denen auf der fanatischen Grenze, geschrieben, daß sie jede Beschädigung des Herzogsund der Seinen verhüten, dagegen sollen diese auch den Franzosen keinen Durchpaß gestatten. VorKurzem sind auf zwei Straßen etliche Lombarden nach Niederland geritten, sich berühmend, sie wollen denjungen Herzog suchen, um ihn in das Herzogthum einzusetzen; von wein ihnen das befohlen ist, weiß Nie-mand. ,So aber sölliche land durch die vnsern erobert, sol Jedermann darum ratschlagen, ob man söllichson vnser der Eidgnossen willen gedulden oder was darinn ze handeln vnd vff nechsten tag zu Lucern antwurtgeben." , . „Der Savoyischen Einung halb, als dann jedem dero ein Abgschrift zugesandt würde, ist derTag, darumb zu antwurten, wider gen Lucern gesetzt, nämlich vff Mentag Sant Lorenzen Abend Nachtsdaselbs au der Herberg zesinde."
r nach Berncr Exemplar.
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Lucerii. 1 i!1 L, 16. August (vfs ^romü).
Staatsarchiv Zürich : Abschiede, V. li»4. Staatsarchiv Bern: Allgemeine Eidgenössische Abschiede, U. iltk.
Archive Breiburg, Solothur», Schasshaiise».
Auf dem letzten Tag ist verabredet worden, daß man behuss Belagerung der Schlösser Luggarus,Domodossola und Como eine Gesandtschaft an den Cardinal schicken wolle, um das eroberte Geschütz zudiesem Zweck zu verlangen. Nun wird erkannt, die Boten aller Orte sollen Donstags nach Maria Himmel-fahrt zu Uri eintreffen, sofern sie nicht vom Tag zu Baden Gegenbefehl erhalten, und von da zu Erfüllungihrer Aufträge weiter reisen. I». Auch die Besetzung einer zu Lauis laut Bericht unserer Hauptleute undZusätzer ledig gefallenen Pfründe wird diesen Boten aufgetragen, v. Auf den letzten Tagen ist angezogenworden man gehe damit um, ohne unser Zuthun in Mailand einen neuen Herzog einzusetzen. Darübersoll auf dem Tag zu Baden berathen werden. «I. Die Boten nach Italien sollen trachten, den Sold fürdie Zusätzer zu Lauis zu erhalten; fände das Begehren jedoch Anstand, so sollen sie Vollmacht haben, davonabzustehen. In diesem Fall soll dann jedes Ort seine Zusätzer besolden, Der Bote von Uri meldet,seine Herren haben das Eschenthal eingenommen, weil die Leute daselbst begehrten, ihnen und sonst Nie-manden anzugehören, man möchte es also hiebet bleiben lassen. Das will man heimbringen und auf künf-tigen Tagen antworten, l. Uri bringt an, da Luggarus noch nicht erobert und in Eidespflicht genommensei, so haben etliche Einwohner daselbst angefragt, wie es mit den ans Bartholomäi verfallenden Abgabengehalten werden soll, indem sie befürchten, durch die Franzosen im Schloß zu deren Entrichtung genöthigetM werden. Darauf wird erkannt, die Boten, welche aus Italien heimkommen, sollen in der Sache handeln,kommen sie aber nicht, so soll Uri die Sache regeln und wenn nöthig unsere Zusätzer zu Lauis zu Hülfenehmen, um Luggarus auch in Eid zu nehmen. K. Hinsichtlich der Schlösser Thiersteiu und Pfeffingenlaßt man es bei dem vorigen Schreiben an die Grafen von Thierstein bewendet bleiben. Solothurn sollm unser aller Namen bis auf Weiteres diese Schlösser besetzt halten. S». Bezüglich der angetragenen Ver-einung mit Savoyeu hat man die Antworten der Orte eröffnet. Glarus und Freiburg waren auf dem Tagnicht vertreten. Schwyz und Nidwalden wollten vor der Hand nicht eintreten. Alle übrigen stimmten mitVorbehalt der Verbesserung und Erläuterung einzelner Artikel dafür, daß in Betracht der Zeitläufe dieseVereinung nicht ausgeschlagen werde, zumal die savoyischen Pässe des Herzogthums Mailand wegen für unswichtig sind. Daher hat man die Artikel etwas anders gefaßt und selbe wiederum jedem Boten mitgegeben.