Druckschrift 
3,2 (1869) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1500 bis 1520
Entstehung
Seite
611
Einzelbild herunterladen
 

AM 1512.

611

4S7.

St. Wolfgang. 4ZI2, 15. April (Donstag nach dem hl. Ostertag).

Archiv Schaffhuuscn.

Abschied der KnechteIVff Donstag nechst nach dem heiligeil tag zu Ostern nach der Geburt VilsersHerrn fünfzechen hnndert vnd xij jar sind versamlet zu sant Wolsgang von allen Orten knecht mit namenvon Zürich, Bern, Lutzern, ouch von Schwiz, Zug, Soloturn vnd von Friburg, ouch voil Schaffhlisen, voildenen Zligeivaildten mit namen Baden, Breingarten vnd Nüsttal, ouch Hand wir ein boten vnsern trüwenliebeil Eidgnossen von Vry vild Vnderwalden, die vi,s enboten Hand, was wir anschlaheil demselbigen mittrüwen zll gelebeil, vnd ist der Anschlag also gemacht, das wir nach dein datum dih briefs voil an samstagüber acht tag sol jeder man sin zu Orielz (Airolo) vud vns da samlen vnd darnach zien aller nechsteil in deinnamen gotz vnser fygend zu suchen. Ouch ist einem ietlichen befoleil, von welchem ort er spe, sölicheil Ail-schlag sülen Herreil zll erscheinen vnd sy mit trmveil zu bitteil, ein trülich vffsecheil vfs vns habeil vnd vns mitHaggenbüchsen vnd bulver zu versechen, wend wir ineil mit großem fliß vnd ernst wider keren, dann wirgvt vnd siil wirdig mutter zu hilf wend nemen vnd vnser fynd uüt fliß, ernst vnd manheit zesuchen; darumalle die den anschlug Hand helfen raten vnd meren, derselbigen keiner sol in hindern oder abschlahen byünem guten globen, es sy denn fach, das er abgefordert werd von sincn Herreil vild Obern, denen er gelobtv»d gesworen hat, daran wir ganz kein zwifel Hand, das kein ort den iren abschlach, vnser fügend zuhrasen."

4S8

A ü rtch. I s>12, 19. April (Montag nach HuastinoäoAorUti).

Staatsarchiv Lucern: Allg-m-in- Abschi-d-, ,0t. Staatsarchiv Zürich: Abschi-d-, V. ,7!!. Staatsarchiv B-rn: Allgcmcin-Eidgcnössisch- Abschiede. Iii. 22». Archiv- Schwyz, Solothur», Frciburg, Schaffhauscii.

Der Cardinal von Sitten hat dem Herrn von Sax und uns Eidgenossen geschrieben, die heiligeKirche werde vom König voil Frankreichtreffenlich" beschädigt und unterdrückt und bedürfe eilenderAlse, um welche er kraft der Pflicht, mit welcher wir dem hl. Vater und der Kirche verbunden seien, nach-suche/ Der Herr voil Sax hat eröffnet, es seieil 20,000 Gulden vorhanden, die man uns als Beitrag anunsere Koste,/geben wolle.Haben wir im namen gotz vns endtschlossen, das wir mit vnser Stetteil vndländern fenlinen, vild trostlich nach vnsern Eren vnd uotturften mit Harnesch, geschütz vnd guten werinenwolbewart vff Donstag nach des heiligen Crütztag (6. Mai) nechstkünftig vffbrechen vnd demnächsteu zu-züchind an die End, so vff nechstem tag Zürich sol bestimmt werden." Und wenn wir so im Feld zusammen-kommen, soll voil den genannten 20,000 Gulden vorab jedem Knecht ein Gulden gegeben werden, von demRest deil Orten welche Geschütz und Büchsen mitführen, an ihre Kosten ein ziemlicher Beitrag gelangen.Sollte darüber noch etwas vorschießen, so sollen die Hauptleute Gewalt habeu, selbes nützlich zu verwenden,soi es durch Austheilung an die Knechte, sei es für Bestellung der Kundschaft u. dgl. Da etliche Boten'ücht Vollmacht hatten, diesen Anschlag zu thun, so soll derselbe an die Obrigkeiten heimgebracht und auf°Mem andern Tag zu Zürich, Donstag vor des heiligen Kreuzestag (29. April) endlich beschlossen werden.I». Jeder Bote weiß, was der römisch kaiserlichen Majestät Räthe lallt ihrer Instruction, deren Abschrift