December 15 lg.
durch seine Botschaft, wir möchten das Schloß Gottlieben wieder in seine Hand zurückstellen und ihm selbesanvertrauen, angesehen die großen Kosten, welche die Besatzung verursache. Darüber soll auf dem nächstenTag zu Lucern Antwort gegeben werden, l. „Es weißd ouch jeder bott das anbringen, so vnser liebenEidgnossen von Friburg anwält Jörgen von der Flu Verhandlung halb getan haben mit beger, dwyl sy JrBotschaft vff den tag gen Lutzern nit fertigen werden, ob si dann daselbs von den Wallisern oder Jeinandsandern anzogen vnd vcrclagt wurden, si verantwurt ze haben. Vnd so wir von dem Handel geredt, dzallerlei) sorgsamer anzöignngen, so zu großer vffrur gar bald dienen möchten, gemeindt worden sind, vnddas solichs allein vß den Pensionen u. s. w. entstat, sol jeder bot siner Oberkeit solichs anbringen, sichdarum zu vnderreden, ob wir nochmals eins werden möchten, gemeinlich von den Pensionen zustan, vnddaruf jedes ort sinem botten, so es gen Lutzern wirt fertigen, den beuelch gebei?, daselbs zu Lutzern dauorVed vnd Rat zu haben." K-. Diese Tagleistung ist auf das vormals zu Luccrn geschehene Anbringen derAnwälte unseres gnädigsten Herrn des Kaisers hieher nach Baden angesetzt worden. Es sind demzufolgedie kaiserlichen Gesandten Christoph, Herr zu Limpurg, des heiligen Reiches Erbschenk, Ulrich, Freiherr vonHohensax, Hans Jacob, Freiherr zu Mörsperg und Belfort, Hans von Landau, Schatzmeister im Reich,Ulrich von Habsperg, Hauptmann der vier Waldstädte am Rhein, und Hans Fenner von Gilgenberg, aufdem Tag erschienen und haben nach Vorlegung ihres Credenzbriefes ihre Aufträge mit den besten und^rundlichsten Worten eröffnet, die vormals zwischen Erzherzog Sigmund von Oesterreich löblicher Gedächt-'uß und den acht Orten der Eidgenossenschaft aufgerichtete Erbeinung hören lassen und einige Artikel der-^ben, die ihres Bedünkens zu verbessern und näher zu erläutern wären, hervorgehoben, „wie dann der-selben artikeln jedem botten ein Minut geben ist," darauf gebeten, daß nun, in Betracht der Lage unsererLandschaften und der natürlichen Verwandtschaft der Sprache und Nation, die sämmtlichen zwölf Orte mitll)ren Zugewandten diese Erbeinung mit dem römischen Kaiser und seinem Sohne, Erzherzog Carl, unterVerbesserung der gemeldeten Artikel eingehen und annehmen möchten. Darauf ist beschlossen, daß jeder Bote^ses Anbringen zum treulichsten seineu Herren und Obern heimbringen soll zu ernstlichem Nathschlag, was^ diesen sorglichen Zeitkäufen uns allen an der Sache gelegen sei. Auf der heiligen drei Könige Tag nächst-en (g Januar 1511) soll dann jedes Ort wieder seine Boten zu Baden haben, um weiter darin zu handeln.
Auch wurde mit den kaiserlichen Boten geredet einiger Constanzer, nämlich des Burgermeisters Flaren,^°Nrad Mangolds und Mauriz Hüruß wegen, daß sie der Citation vor den Neichsfiscal entlassen und ihnenHandel und Wandel vergönnt werden möge. Weiter ersucht man die kaiserlichen Voten, an ihren^rn zu bringen, daß er den Städten und Ländern der Eidgenossenschaft ihre Freiheiten und RegalienListigen wolle. Die Gesandten haben in Betreff der Constanzer zugesagt, daß sie bis zu dem angesetzten. allenthalben im Reiche freien sichern Handel und Wandel haben sollen. Bezüglich der Bestätigung
Privilegien und Regalien antworten sie: „Wo wir Eidgnoffeu keyscrlicher Majestät mit guter Autwurtsegnen vnd uns zu früntlichem gutem wesen gegen Jr schicken, werden wir an dero einen ganz gnedigen^ günstigen kepser vnd Herrn haben vnd vinden." i. Der Büchsen zu Baden wegen hat sich, nach Eröff-^'"g der allseitigen Instructionen, eine Theilung nicht schicken wollen, sondern es wurde gemeint, weil nichtals 12 Büchsen noch zu Baden liegen, so wäre das gelegenste, dieselben zu Baden zu lassen und sie^hörig aufgerüstet und in Ehren zu halten, damit wir in vorkommenden Fällen dieselben hinführen lassen^ brauchen können, wo es das Vedürfniß erfordert. Ueber diese Meinung soll auf dem Tage zu Lucern^schieden werden.