October 1510. 515
!eine Obern bringen, ob man nicht diese Schuld bezahlen und dem Stoffel Suter in seiner Armnth zu Hülfekommen wolle. I». Jeder Bote erhält eine Abschrift des päpstlichen Breves, das jetzt von nnserm Botengekommen ist, damit man sich allerorts darüber berathe. s. Es sind auf dem Tag erschienen die Knechte,welche vormals nnserm hl. Vater, dein Papst, gedient und Ansprachen an Jörg aus der Flüh haben. Für^ese Ansprachen haben sie ihn in Wallis rechtlich gesucht und günstige Urtheile erlangt; er aber habe anden Erzbischof von Tarantaise appellirt; nun verlangen sie, bei den llrtheilen im Wallis beschützt zu werden.Darauf wird ihnen gestattet, das Gut des Jörg auf der Flüh, wo sie solches finden, anzugreifen, um nachden im Wallis ergangenen Urtheilen zu dein Ihrigen zu kommen. ^-> Bezüglich des Spans derer vonMellingen mit ihrem Altschultheißen Hans Frei, der Metzge wegen, ist jenen geschrieben, daß sie mit demRechte gegen genannten Frei stillstehen sollen bis zu dem Tag zu Badeil, welcher zur Vertheilung derwuchsen stattfindet; die Boten, welche auf diesen Tag kommen, werden dann die Sache an die Hand nehmen.^ Es ist die Nachricht eingelaugt, daß der König von Frankreich zu Chur und in Bündeil unsere KnechteZunehme. Das ist uns widerwärtig in Betracht der Vereinung, die wir mit dein Papste haben. Zürichw>d Uri sollen daher auf nächsten Montag (4. November) eine Botschaft zu Wesen haben, welche von da»ach Chur reiten und von unfern Bnudesgenossen verlangen soll, daß sie solches abstellen, sy». Auf dasRlrch den Bischof von Sitten gethane Anbringen päpstlicher Heiligkeit ist durch die Eidgenossen gemeinlich»ud einhellig geantwortet, wie folgt: 1. Daß wir Seiner Heiligkeit die Vereinung und Alles, wofür wir lins^'schrieben, als gehorsame, gute, ehrliche Christenleute ehrlich halteil wolleil. 2. Daß wir von Seiner Heilig-keit einen Neversbrief verlangen. 3. Daß, wenn Seine Heiligkeit wieder Knechte von uns begehre, denselbenPaß gezeigt werden möchte, um zu ihr zu gelangen. 4. Daß unsern Knechten, die jetzt im Feld geweseil,Hr verdienter ausstehender Sold bezahlt werde. Dabei wird in Bestätigung des vorigen Abschieds erkannt,k'aß die Boteil der sechs Orte auf Dienstag nach Martini zu Uri sich versammeln und von da nach Italien^iten sollen, lim das päpstliche Geld herauszuholen und wo möglich bei denen, welche päpstlicher Heiligkeitwiderwärtig sind, Mittel zum Friedeil zu sucheil, damit päpstliche Heiligkeit nicht gedrängt noch beschwertwerde. Alls das Allbringen der.kaiserlichen Gesandten wird geantwortet: Es haben etliche Orte sich^klärt, daß sie mit keinem Fürsten oder Herrn Verbindungeil eingeheil wollen; insbesondere haben Uri,^chwyz und Unterwalden sich geäußert, sie würden den Eintritt in solche Verbindungen mich denjenigen^en wehren, denen sie es zu wehreil haben. Mail sei daher auf diesem Tag nicht einig geworden, dochfallen die andern Orte gefunden, daß es bei diesen Zeitumständen weder angemessen noch der Vorsicht ent-sprechend wäre, des Kaisers und Jedermanns Anerbieten auszuschlagen. Daher habe man auf das kaiser-kkche Begehreil einen Tag nach Baden im Argali gesetzt auf Sonntag nach Andres (1. December), um dieAnträge Seiiler Majestät anzuhören und an die Obrigkeiten zu bringeil. Da die Boten der vier Ländergar keine Vollmacht haben wollten, so hat man sie gebeten, die Sache in Abschied zu nehmeil und^wan zu sein, daß auch ihrerseits der Tag beschickt werde, damit wir alle in Friede lind Ruhe bleibenW»gen. ZA wird auch mit den kaiserlichen Boteil geredet etlicher Mandate wegeil, die an die Aebte vonGallen lind KreuzUngen, an die Stadt Schaffhauseil und Andere ergangen sind, daß Seine Majestät',vns dero vertragen" wolle. P-, Der Bischof voll Constanz hat seine Boten auf diesem Tag gehabt wegenWichen Spännen, betreffend Tannegg, Fischingen und Anderes und begehrt, daß man ihn beim Vertrageweiden lasse und nicht weiter drängeil wolle. Da aber der Vertrag nicht vorlag, hat man die Behandlungw» Sache auf einen andern Tag verschoben, sy- Da nach der Eröffnung der französischen Botschaft die
eil