474
Januar 1510.
vnd jeden Orten sambt den Zugewandten by lib, er vnd gut und verlierung des lebens zum höchsten ver-poten werden sol, vnd ob der einer oder mer semlich verpot nüt hinfüren ald vfwiglen, wie vorstat, vbersechvnd sich also sinen Herren vnd gemeinen Eidgnossen vngehorsamklich erscheinte, wer er ioch weri, der sol onalle gnad an sinem lib vnd leben mit dem swert gericht werden. — Vnd ob ein sinnlicher, er wer einhouptman old sunst vfwigler sins Herrn gerichtszwang absweiff wurd vnd daruff in einem anderir ort betreten,da sol dasselbig Ort, des er zugehörig ist, dem andern ort, darin er begriffen möcht werden, sölich Houpt-man vnd vfwigler venkhlich anzunemen zuschriben, darmit er daselbs gericht werd nach Lut vorgeschribnerartigkel. — Zum andern von den Fendrichen, Furieren vnd andern vbersöldnern wegen, da sol ein jeder,so das bot vberfuer, als wenigen sold er empfangen hetti 5 Rh. Gl. zu büß vnd versah verfallen sin. —Desglich der gemein Knechten halb sol es bi 5 Gl. verpoten vnd, wie obstat, sinen in gehorsam bliben. Vndob deHeiner sinnlicher büßen mit sinem gut nit zm ersetzen hette, der oder dieselben sollen semlich Jr verfallenbüßen mit wasser vnd brod in venknus abdienen vntz an siner Herren benügen. — Vnd vm bis ordnunghandvesti haben muge, so sol dadurch deHeins ort on gemeiner Eidgnoschaft oder doch des merteil Ratschlagvnd vergünstigen abgelassen werden, wie das die Kotten wol wissend zu sagen. Desglich sol ouch dehein ortsinnlich büßen den sinen nit schenken noch also mindern, aber jedes ort mag wol die Sinen höcher vndwiter strafen, ob es jemand gut bedunk. — Vf dem tag ist ouch beredt, das deHein ort in vnser Eidgno-schaft frömbder Fürsten vnd Herren Botschaft durch geleit vnd ander beschirmung on der andern Orten gemeinlichoder der Merteil wissen vnd willen Jnladen noch vffenthalt geben sol, darmit solich vffwiglen dester stirerversechen vnd verhüt werd. Ouch sol jeder pot heimbringen, ernstlich zu verküuden, wo in deHeim ort Per-sonen old Hoptlüt weren, die denn ietz gelt empfangen hetten, das die von stund an venklich angenoinen,das gelt von Inen genomen vnd bis zu tagen, so man zusamen komen wirt, behalten, darüber och alsdanngeratschlagt werden sol, wie man witter mit den Personen vnd dein gelt handlen sol. — Witter ob iemandarkwenig erschine in somlichem Vfwiglen, hinfüren vnd gelt vsteilen, dieselben sol iedes ort, wo das geschech,stirderlich in cid nemen, Jr lib noch gilt nit zu verendern, ouch von Inen witer zu erfaren, ob st) irglichmer wüstind, vnd das alles zum besten fürsechen, als jeder bott das wol weiß mit worten wrster zu erlüteren. ^Item damit dise Ordnung best bestentlicher sye, ist fürbas angesechen, ob pemand Hiewider sin vnd denhoptlüten vnd vstviglern einicherley hilff old fürschub bewiste, das dieselben, so es sich erfindt, ouch treffenüchvon Iren Herren vnd Obern gestrafft werden sollen nach Jrem verdienen." A». Der Gardeknechte wegensoll man sich berathen, was man thun wolle, damit dieselben entweder bleiben, wo sie sind oder dann abergänzlich heimkommen. «. In Betreff der Graubündner, welche mit dem König von Frankreich in Ver-einung sind, soll man sich berathen, ob man sie durch Boten oder schriftlich ersuchen wolle, von dieser Ver-einung zurückzutreten oder aber uns der Bündnisse, in denen wir mit ihnen stehen, zu erlassen und u»-unsere Briefe und Siegel zurückzugeben. Der Bote von Zürich soll ihren Bundbrief auf den Tag, an welchedieses verhandelt wird, mitbringen. Dem Bischof von Sitten und der Landschaft Wallis ist von diese»!Tag geschrieben worden, ste möchten verhüten, daß die Ihrigen vor dem nächsten Tag, zu dein sie aucheingeladen werden, irgend wohin ziehen. < . Allen Vögten und Amtleuten wird geschrieben, daß sie uachLaut abstehender Verordnung gegen Hanptleute und Aufwiegler einschreiten, l. Es wird in Betreff diesesSachen Tag angesetzt nach Schwyz auf den nächsten Sonntag nach unserer lieben Frauen Tag der Liclchmesse (3. Februar). K. Heimbringen ob man die Mandate, welche römisch kaiserliche Majestät, gegenwärtigin etliche Orte der Eidgenossenschaft ausgehen läßt, „gestatten" wolle oder nicht, da es vielleicht „in künftig