Druckschrift 
4,1,d (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1541 bis 1548
Entstehung
Seite
1014
Einzelbild herunterladen
 

1014

August 1548.

Willens, jemand Ursache zum Kriege zu geben; wenn aber jemand uns angreifen würde, möchten sie (diezwei Orte) gerüstet sein und zur Entschüttung vou Bellenz ihr Bestes thuu. Das hat mau aber Alles ansHeimbringen verabredet. Jedes Ort soll seine Meinung beförderlich denen von Uri zuschreiben und diesedann die Sache ausführen, ß». Zu gedenken, wie der Bote vou Uri angezogen, es gehe das Gerücht, PeterMartir habe geredet, in sechs Monaten wolle er Herr zu Bellenz sein. Mau hat deßnahen um Kundschastnach Lucern geschrieben, v. „Heini von Mättenwyl, Hans Jhenni, Wirt zum Glas, Kaspar Thürler.«I. Es erscheint Peter Martir und eröffnet, wie die Eidgenossen ihm Tröstung zugemuthet haben, die er aberabgelehnt habe; da es das Leben betreffe, so würde er keinen (Bürgen) finden; er wolle aber seinen Leibstellen und den nicht aus den III Orten entfernen. Wenn er schuldig befunden werde, so soll ihm der ver-diente Lohn gegeben werden; im gegentheiligeu Falle hoffe er auf Schutz gegen die Lügenmäuler; er wolletodt und lebendig ein getreuer Unterthau der III Orte sein.

Zu u. 1548, 21. August (Dienstag vor Bartholom«!), Lauis. Landvogt Lienhard Büclcr an La»d-anunaun und Rath in Uri. Nachdem er von den V Orten ab dem letzten Tag zu Lucern der Stadt Consta»!Wegen Bericht und Befehl empfangen, wie er sich rüsten solle, jedoch heimlich, „damit niemand args s"zwyflen Ursachen nemen (möcht)", habe er sofort die Anwälte der Landschaft Lanis beschickt und ihnen »elEiden und Verlust des Lebens geboten, die Sachen geheim zu halten, dann über die nöthigcn Anstalü»gcrathschlagt und soviel vereinbart, daß sie schriftlich einige alte kriegserfahrene Männer anzeigen wollte»,mit denen er einzeln zu reden hätte; er habe sich dazu angeschickt und den Leuten befohlen, sich auch w>Geld zu versehen, aber vor Erledigung dieses Geschäftes, nämlich heute vernommen, daß in den letzten Tage»heimlich etwa 300 Spanier in Truppen von 7, 10 oder 15 Mann nach Como gekommen, und daß >»»»die großen Schiffe zurüste, daß der Barisell nahe bei Varese mit einer großen „Gesellschaft" liege und ctw»300 Knechte sich am Langensce gesammelt haben. Es sei zwar ungewiß, wozu diese Truppen dienen sol^»'wahrscheinlich Wider Bellenz, denn ein „Comer" habe fallen lassen, daß noch 4000 Knechte in die Ss»kommen sollen. Dies zeige er Uri als dem nächsten Ort an und bitte um weitem Bescheid, da es ih>»unmöglich sei, die Rüstung geheim zu halten, „wie dann ir mine Herren diser Nation gattung und bruch >»»bericht sind". Die Unterthancn zeigen sich aber so willig, daß er das Land vor einem Ucberfnll hoffe schulst^zu können... Es verlaute, daß der König von Frankreich mit etwas Volk über das Gebirge sei, und 'Mailänder den nach Piemont geschickten Knechteil Urlaub gegeben haben. Copn im Luccrmr Abschied n s, c. öis.

457.

Areiburg. 1548, 27. August.

Staatsarchiv Bern: Frciburgcr Abschiede tl, 5.12?. KantouSarchi» Arciburg: Znslruilionsbuch Nr. S, k.71,

Jahrrechuung der Städte Bern und Freiburg betreffend Graudsou und Grasburg.

Gesandte: Bern. Hans Pastor; Haus Rudolf vou Graffenried, Venuer.

tt. Den Zicgleru wird auf ihre Bitte, ihnen eine Beisteuer zu verabreichen, für diesmal einHosen geschenkt. ?». Guillaume Loup, der letztes Jahr die Zehnten beider Städte empfangen hat, beklagtnun, daß er Verlust erlitten habe und bittet, ihm den Betrag desselben nachlassen zu wollen. Es wird 0soviel erlassen, als er Verlust („Nachzug") erlitten hat. «. Die Gesandten des Dorfes Bonvillars bitb"dringend, 1. das Gestrüpp oder Gestände beider Städte, welches an ihrem Eichholze liegt, bannen zu lasst^