März 1548. 985
Zu Ic. 1) 1548, 16. Januar, Solothurn. Andreas Schmid, Pannerherr, an Zürich. Auf Sonntag(15. Januar) sei er nach Solothurn gekommen und habe die übrigen Boten da angetroffen. Sobald erabgestiegen sei, habe ihn Boisrigault durch Hans Wunderlich empfangen und nebst den drei ander» BotenZum Nachtmal geladen. Nach dem Essen habe er gesagt, er habe die Gesandten mit Ungeduld erwartet, dennje eher sie kommen, desto lieber sei es dem König; dieser warte nämlich mit seinem ersten Einritt in Parisbis das Fest der Taufe vorüber sei. Die Gesandten hätten hierauf Boisrigault gefragt, ob er glaube, daßsie sicher den nächsten Weg durch Burgund reiten können. Boisrigault habe geantwortet, er wisse „nüd" ; zudemseien die Burgunder den Eidgenossen mit Erbeinung verwandt, daher diese wohl sicher sein werden; indessenüberlasse er das den Gesandten; je schneller sie kommen und je länger sie nach dem Fest noch verbleiben, destolieber sei es dem König. Die Gesandten hätten sich hierauf entschlossen, Montags den 16. Januar Nach-mittags bis Biel und dann dem nächsten Weg nach durch Burgund nach Paris zu reiten. Indessen wisseman nicht, wo die Taufe stattfinde. Boisrigault melde die Reise der Gesandten eilfertig dem König, welcherauf beiden Seiten den Seinigen befohlen habe, den Gesandten, sie mögen was immer für einen Weg nehmen,"lle Zucht und Ehre zu erweisen. Den Gesandten seien dann Hans Wunderlich und Wilhelm Fröhlich bei-gegeben worden; jener soll ihr Tresorier („Drysinier") sein bis an den Hof; dann werden sie weitern Be-scheid erhalten. Neues gebe es nichts zu berichten. Der Gesandte sei gut beritten, „acht es sole uns keinbot sor thun." St. A. Zürich: A. Frankreich.
2) 1548, 23. Februar, Lyon. Obiger an Obiges. Er hätte gern fleißiger geschrieben, aber es habe ihmdie Botschaft gemangelt. Am 6. Februar seien die Gesandten an den Hof gekommen und seien da, wie in ganzFrankreich, mit solcher Ehre empfangen worden, daß unmöglich sei, Alles zu erzählen. Am siebenten TagNachmittags um drei Uhr sei dann die Taufe vor sich gegangen und habe um sechs Uhr geendet, mit großeinTriumph, worauf die Gesandten mit allen Fürsten das Nachtmal genossen haben. Am eilften Tage habenjich die Gesandten vom Hofe verabschiedet, Alles mit großem Triumph und seien am 22. Februar nach Lyongekommen, wo sie bis zum 27. zu Gutem ihrer Pferde bleiben werden; auf Lätare (11. März) hoffe erzu Hause anzulangen. Alles, Leute und Pferde, seien gesund geblieben. Der König habe jedem Boten eineKette von 800 Kronen und die Königin eine solche von 200 Kronen und den Knechten 25 Kronen geschenkt;n wisse nicht, ob noch etwas nachfolge, „dan wir mit Herren knecht nüd Wol zufriden sind, daß die schenkyuüd größer". Neues von Belang sei nicht zu melden, auch aus Lyon nicht; niemand wisse, was der Kaiservorhabe. Der König habe die Gesandten höchlich ermahnt, die Eidgenossen sollen einig sein, sonst haben sieKrieg; wobei sowohl der König als seine Fürsten sich erboten habeil, mit allem ihrem Vermögen gegen jedenzu den Eidgenossen zu stehe». - uMom.
Zu III. 1548, 29. März (Hoher Donstag vor Ostern). Dangerant an Zürich. Wie der König denEidgenossen durch ihre auf dem letzten Tag gewesenen Rnthsboten anzeigen ließ, so habe er auch an Dangerantgeschrieben, daß er nämlich dem Tresorier in Betreff des Geldes für die Pensionen Anweisung gegeben habe.Ta der Botschafter aber nicht wisse, auf welchen Tag das Geld nach Lyon gebracht werde, weil es weitzusammengeführt werden müsse, und damit keine Zeit verloren gehe, so möge mau die Boten daheim behalte»,bis der Gesandte berichte, daß das Geld zu Lyon sei, was geschehen werde, sobald diesfalls Meldung vom^resoricr komme. Dieser habe geschrieben, er wolle allen Fleiß anwenden, um baldigst zu bezahlen.
St. A. Zürich: A. Frankrcich.
Zu Ii», i». Im Zürcher Abschied schließen sich diese Artikel unmittelbar an Ic an.
Zu Der Zürcher Abschied enthält in Beilage den Artikel aus dem Abschied vom 23. Octobcr^42; anstatt „von niemand" heißt es aber hier (wohl richtiger) „von den Unfern in der Grafschaft Baden".
^ Zu i'. Ueber diesen Beschluß wird im Namen der Gesandten aller XIII Orte unterm 16. März einerknnde ausgefertigt und vom Lnndvogt zu Baden, Wolfgang Herster von Zug, besiegelt. Sie erwähnt im^'gang, wie der Graf schon auf dein letzten Tage (23. Januar) sein Gesuch, als Eidgenosse erklärt zu