Druckschrift 
4,1,d (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1541 bis 1548
Entstehung
Seite
917
Einzelbild herunterladen
 

Januar 1548. 917

Einigkeit erhalten können; sie dürfen glauben, daß der König niemand bei ihm dulden würde, der zu ihremSchaden practiciren wollte, und sollen es daher auch ihrerseits nicht gestatten.

St. A. Luccrn: Allg. Abschiede 2, k. 301, 357, 510; auch beim Glnrner und Basler Abschied; in der Freiburger Sammlung nachden Abschieden von Z548; K. A. Solothurn: Abschiede Bd. 28; beim Appenzeller Abschied; beim Zürcher und Berner Abschiedfehlt der zweite Vortrag.

Zu i, ii, v. Dahin gehört auch folgender, wenn auch erst nachträglich den Orten mitgetheilter Vortrag:Des Herrn von Boisrigaults fürtrng, mincn Herren von Luccrn zugeschickt xj Fcbruarij 1548."(1.) Die Gesandten von Lucern, die auf dem letzten Tag zu Baden gewesen, werden das Anbringen desHerrn von Lavau, die freundschaftliche Gesinnung des Königs betreffend, verstanden und hoffentlich in Be-tracht der gegenwärtigen Umstände daran ein Genüge haben; deßgleichcn werden sie seinen (Boisrigaults) aufden Tag gesendeten Vortrag kennen. Da er vernehme, daß die Boten über einige Ausdrücke desselben großesMißfallen empfunden, und nicht wisse, wie die besonders beanstandeten Wortewider Gott und alle Billig-keit" interpretirt werden möchten, so habe er sich entschlossen, eine Copie des Vortrages, wie er ihn demBefehl des Königs gemäß aufgesetzt, zu schicken und zu erläutern wie folgt: Der König meine, die Forderungder genannten Ansprechcr sei allzu unrechtmäßig, Wider Gott und alle Billigkeit, und es bcdünke ihn, daßman solche Ansprachen nicht beachten, sondern verwerfen und seine Majestät damit nicht bemühen sollte, daes billiger wäre, daß der König ein Mißfallen über das Schreiben der eidgenössischen Gesandten empfändeals diese über den angefochtenen Vortrag. Denn er, Boisrigault, glaube gar nichts Anderes geschrieben zuhaben, als Was ihm befohlen worden. (2.) Jene Gesandten haben die versprochene Antwort (in Betreff derVereinung) nicht gegeben, sondern die Sache wieder heimgebracht, in der Meinung, er sollte sie nm Antwortnochmals ersuchen.Will mich bedrucken (uf üwer Verbesserung), ich habe üch und andere örter der Eid-gnoschaft deßhalb fünf manot lang gnugsamlich angelangt, gemcinlich und sonderlich, und daß ir mir hierumbantworten sölltind und den küng deßhalb sovil ansuchen, als ich in sinem namen üch angsucht, diewyl söllichcvereinung üch sovil und mer nutzes bringen mag als siner Mt., und söltind gegeirwärtige löuffen, onch diegroße gefar, dahin ein Eidgnoschaft kommen mag, ernstlich betrachten, dann der küng üch zu beschirmen alssich sclbs begärt,.... und es nit wyter ufziechen, dann es mer dann notwendig ist, als ir villicht wohl baldgespüren werdend, und üch nit also durch unnütze Verheißungen der frömdcn botschaften bereden lassen, diedoch allein dahin langend, üch und gemeine Eidgnoschaft zertrennig und zwpspaltig ze machen." (3.) Denangesetzten Rechtstag betreffend sollen die Eidgenossen wissen, daß der König denselben nicht abschlage, sofernsie nach Inhalt der Tractate verfahren, die nämlich sagen, daß alle Ansprecher schuldig seien, sich nach Frank-reich zu verfügen, um ihre Ansprache zu fordern, bevor sie bei den Obrigkeiten klagen. Aber einen Rechtstagfür erledigte Sachen zu setzen, gehe nicht an, und der König bitte, die Hauptleute abzuweisen und ihn ihrer-wegen ruhig zu lassen. Ferner ineine er, es gezieme sich nicht, daß die Eidgenossen ihm einen Nechtstagankündigen; denn ein solcher, wen» er je nöthig würde, sollte mit beider Theile Rath und Bewilligunggehalten werden, und die Richter von beiden Parteien versammelt sein. Auch sei es jetzt, wo hochwichtigereSachen versehen werden sollen, nicht an der Zeitz die Eidgenossen sollten sich, um allen gegen sie gerichtetenAnschlägen widerstehen zu können, mit ihm in stattliche Einigkeit setzen und die Ansprecher auf eine andereZeit vertrösten; denn einige Ansprachen rühren noch von Bieocca, Mailand und Neapel her, und es seioffenbar nicht billig, dieselben neuerdings an's Recht zu bringen, weil alle Ansprachen auf einem Tag in

Solothurn A. 15(30) ausgerichtet worden Er habe seiner Zeit die neueren vertragen; dennoch seien bei

Morclet wieder viele andere Ansprecher aufgetreten, so daß er glaube, wenn er »ach Erledigung aller For-derungen nach Frankreich reiste, so würden zweimal so viele neue auftauchen; das sei die Ursache, warumdie Eidgenossen und der König so häufig mit der Sache belästigt werden. Der König bitte auch ernstlich,ihn, Ruhe zu schaffen. (4.)Zuletzt, g. l. h.. wird der Herr von Lawau sich zu üch und (in) andere örterverfügen, üch nit allein anzuzeigen das so er üwercn gesandten zu Baden fürgelcgt, sonders etwas wytcrs,5o zu crhaltung der früntschaft und vereinung, so der küng mit üch hat, dienen wirt."

St. A. Lucern: Abschiede N. S, r. SOS, K. A. Frciburg: Badische Abschiede Bd. IS, »ach den Abschieden von 1648.

K. A. Solothurn: Abschiedcband es; in beiden letztem Sammlungen mit dem Datum: Solothurn de» SS. Februar 164».