Druckschrift 
4,1,d (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1541 bis 1548
Entstehung
Seite
916
Einzelbild herunterladen
 

916 Januar 1548.

habe im Avignonerzuge (1536) dem König 500Schwizer" zuzuführen versprochen und daraufhin 500 Kro»c»empfangen, was sich ans seiner besiegelten Verheißung, die Knechte zu liefern oder das Geld wieder zn erlcgewwohl ergebe. Die Herren von Basel haben aber seither dieses Geld zu ihren Händen genommen, wehhalb esihnen an ihrer Pension abgezogen Worden, weil man bei ihnen kein Recht gegen Reinhart habe erlangen könne»'Nun sprechen es die Erben für sich an; weil aber weder er noch seine Knechte in des Königs Dienstmcn, so mögen die Eidgenossen selbst ermessen, ob diese Forderung billig oder ob sie nicht vielmehr wid^Gott und alle Billigkeit sei. (3.) Die Forderung des Hans Schenk (Sccretür des Abtes von Pfäst^betreffend, verwundere den König, daß sich derselbe nicht schäme, die Eidgenossen mit einer so unziemliche»Sache zu belästigen; denn als er in Gupenne (?) nach Kriegsrecht durch Diener des Herrn von St. Andrewdamals des Königs Statthalter, gefangen worden, als einer der dein Feinde gedient, habe man ihm m^stGnade erwiesen, als er verdient, und ihn den Eidgenossen zu Ehren freigelassen; daß genannter Herr ilst»etwas verheißen habe, sei nicht glaublich; er dürfte sich daher Wohl mit der ihm widerfahrenen Gnade begnüg^'(4.) Mit der Ansprache Erhart Bürgers von Nidau verhalte es sich so: Derselbe sei im Jahre 1544 nachthnrn (zn mir") gekommen, um eine Hauptmaunschast zu erhalten; der Gesandte habe ihn abgewiesen, weil l"»selbe ein Angehöriger Berns gewesen; dennoch sei er aufgebrochen und habe eine Anzahl Knechte weggefmst 'die Hauptleute haben ihn aber nicht annehmen wollen, und der Gesandte (der Sprecher) ihn auch im ^nochmals zurückgewiesen, worauf er zu den Landsknechten gezogen, bei denen er etwa zwei Monategewesen; zuletzt habe er durch die eidgenössischen Hauptlente bitten lassen, seine Gesellen von den Landsknech ewegzunehmen und ihnen einen Hauptmann zu geben, auf daß sie bei den andern Knechten bleiben kön»b^man habe demselben entsprochen und Hans Nüneck, genannt zum Stein, der im Dienst des Herrn von Esta»»"'sei, zum Hauptmann gewählt, der nun gar keine Ansprüche mache. Daß der Herzog von Orleans sel. demseine Verwendung zugesagt, damit dessen Knechte wie die andern gehalten würden, Habenichts auf sich, ^ /sgenannte Herr dafür keine Befehle gehabt. Die Eidgenossen werden nun wohl einsehen, ob es billig sei, daß siKönig diese Leute für die Zeit bezahle, wo sie bei den Landsknechten gedient, und bedenken, daß sie Wider alle ^böte der Obrigkeiten und ohne des Gesandten Erlaubniß ausgezogen. Man habe ihnen Gnade genug benm'n '

indem man sie von den Landsknechten weggenommen; der König wolle sich daher der Sache gar nicht b«a

und keinen Heller Werth ausgeben, auch den ihretwegen angesetzten Nechtstag nicht besuchen.... Wenn » siredliche Ansprachen vorkommen, so werde er den Tractateu nachfahren, die da bestimmen, daß besondere si ^soncn, welche Forderungen an den König zu machen hätten, ihr Anliegen in Frankreich vorbringen solle» ^Die Eidgenossen können ja wohl ermessen, daß es unter Freunden nicht bräuchlich sei, einander so gasst^zu solchen unbilligeil Ansprachen zu drängen. ' (5.) Daß der Graf von Greperz wie ein anderer Untcrt)'der Eidgenossen einen Nechtstag begehre und dazu ihre Hülfe anspreche, verwundere den König seh» ^mächtig, da sie die Sache nicht berühre, weil der Graf ein Ritter des königlichen Ordens sei;

Knechte, die er dein König (Franz) zugeführt, nicht gemäß der Vereinnng geworben worden, da er sie ° ^Dank für den Orden angeboten; weil endlich der König der oberste Richter des Ordens sei. DerGr^sidaher das Recht in Frankreich suchen; im andern Fall werde der König sich darauf nicht einlassen. l5» l .Gesandte) verweise auf den Vortrag des Herrn von Lavan; ihn selbst verhindere seine langwierige ^die ihn bei der vorgenommenen Abreise wieder befallen, auf dem Tag zu erscheinen; er bitte daher umschuldignng. , . z

III.Der dritte". Wenn die Herren Eidgenossen an dem Vortrag des Herrn von Boisrigault cMMißfallen haben und einige Punkte zu scharf oder zu hart finden, so bitte er (der Redner), diesbesten aufzunehmen und fest zu glauben, daß es dem König sehr leid wäre, ihnen etwas vortragen ZUwodurch er sie reizen wollte; denn er begehre nichts Anderes, als in aller Liebe und Freundschaft »uG(^,zu leben wie sein Vater sel., ja sie noch besser zu halten zc. Und wenn sie spürte», daß etwas ^solche Freundschaft gehandelt würde, so mögen sie Vorsorge treffen, um es abzustellen, und zwar '»^»'(fremde) Anwälte und Prakticirer, sobald sie dieselben verhört Hütten, wieder beurlauben undwürden; damit werden sie dem König zu Gefallen sein und sich selber Nutzen schaffen, indem sie Ruh»