Februar 15,47.
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den andern ihre (dadurch verursachten) Kosten abtragen. Die Boten der V Orte begehren von ZürichZU wissen, ob und wie der Prädicaut Walther (Gmalther, alias Walthart) für sein Lästerbüchlein bestrastworden sei, oder wie es denselben bestrafen wolle. Die Gesandten von Zürich erwiedcrn, bei Verlesung deslchten Abschiedes seien wahrlich viele der Näthe und Burger erstaunt gewesen, indem sie von jenem Büchleinnichts gewußt haben; mau habe dann aber den Walther vor Näthe und Burger berufen, ihm die Sachevorgehalten und den Abschied verlesen, worauf er folgende Antwort gegeben habe: Er empfinde über das was,wan ihm „aufgedreht", ein ernstes Bedauern, da er meine, daß aus seineu Predigten keine Widerwärtigkeitentstanden sein sollte. Da man ihm zutraue, alle Schmachbüchlein, die ohne Namen ausgegangen seien,gemacht zu haben, so bezeuge er mit der Wahrheit und gutem Gewissen, daß er nie etwas, weder ein Schmach-Büchlein noch ein Schandgedicht ohne seinen Namen herausgegeben, und daß er vielmehr solches, wofern er^ könnte, verwehren würde; aus diesem Büchlein spüre man auch wohl, daß er nichts Heimliches im Sinnehabe. Daß die Eidgenossen die fünf Predigten über den Antichrist als gegen sie gerichtet ansehen und ihnals Uebertrcter des Landfriedens strafwürdig finden würden, hätte er nie erwartet; denn solches sei ihm garwe in den Sinn gekommen; es werde auch aus dein Büchlein nicht zu erweisen sein, daß er es irgendwiegegen die V Orte gerichtet habe. Er habe in fünf Predigten erklären müssen, was ebenso wohl in einergeschehen könnte, wenn es die Zeit zuließe; diejenigen, welche er gemeint habe, seien darin genannt, nämlich^er Papst uiid die Cardinäle; wenn er den Orten nach die Predigten hätte abtheilen wollen, so wären wohl"och mehr zu finden gewesen, die ihres Glaubens seien; er habe das aber nicht wollen, weil er dazu keineUrsache habe. Betreffend das Büchlein selbst, so seien jene Predigten seit der Zeit gehalten worden, wo dieschweren und besorglichen Umstände eingetreten, wozu er ans der hl. biblischen Schrift eine summarische Be-schreibung des Antichrists zusammengetragen; dann seien Ursprung, Aufwachs und Zunahme des Papstthnmsund stiner Cardinäle, sammt ihren Werken und Lehren, aus den alten Historien genommen, und die seitMehreren hundert Jahren geäußerten Klagen über den Papst und seinen geistlich genannten Anhang fürunsere Zeit dargestellt worden; dies Alles habe er vor etlichen Jahren gepredigt und dann, ans das Gesuchjunger Gutherzigen, allein zur Belehrung der Einfältigen aufgezeichnet und ausgehen lassen. Dazu habenchu nicht bloß diese Ursachen, sondern vielmehr noch das bewegt, daß seit einigen Jahren von den Päpstischenviele Schriften ausgegangen seien, worin Alle, die der evangelischen Wahrheit anhangen, und besonders dieKirche Zürich und ihre Prediger, mit ausgedrückten Namen übel geschmäht werden; deßglcichen daß der Papst'v seinen Bullen und Briefen (die er letzten Sommer an die Eidgenossen gerichtet) sie vielfältig mit demgreulichen Namen der Ketzerei belästige; dadurch sei er veranlaßt, ja genöthigt worden, sich selbst und seine^laubensverwandten Ehren halb zu verantworten und anzuzeigen, wie es um die römische Kirche und ihrHaupt stehe, und warum mir und Andere nicht mehr unter ihr sein mögen; die Nothdnrft habe ans solcheSchmähschriften eine offene Antwort erfordert. Er hoffe damit nichts gegen den Landfrieden gethan zu haben,uns bei unserm Glauben bleiben lasse; wollte aber jemand Anderes beweisen, so erbiete er sich, Alles"ach weiter zu verantworten. Diese Antwort habe den Herren genügt, da sie nicht finden können, daß er^e Eidgenossen zu schmähen oder zu beleidigen begehre, sondern sie für fromme redliche Leute achte, und bloß^v Papst und seine Cardinäle, die „uns" ohne allen Grund schwer geschmäht und einen Bund (von welchem^r Kaiser nichts misseil wolle) zu gewaltsamer Ausrottung des evangelische» Glaubens vorgewiesen haben;
Alles sei im Landfrieden nicht verboten, indem der Papst darin keineswegs begriffen sei; daher hätteZürich dieses Amugs sich nicht versehen und gemeint, daß mau so geringfügige Sachen nicht so hoch „messen"