Decen.ber 154V. 741
7. October Wie obc» an die Gchci».cn zu Zürich. Erst heute Morgen habe der Gesandte mit demLandgrafen sprechen können. Er habe ihm Meister Bullingers Brief übergeben und seinen Auftrag so gut"ls möglich ausgerichtet Wie es geschienen, sei der Landgraf mit der Antwort derer von Zürich nicht übelzufrieden gewesen- er habe gesagt, der Papst und die eidgenössischen Orte seines Glaubens seien denen vonZürich nicht hold: wenn es dem Landgraf fehle, so gehe es an die evangel.schen Städte der Eidgenossen-schaft; diese haben auch de». Kaiser sein Savoyerland inne. wodurch er auch cu.e Ursache habe. Wenn d.eprotestantischen Stände in. Anfang mit allen. Ernst zur Sache gethnu und jeder an seinen. Ort. wo derAnlaß cs erheischt habe, den Kaiser belästigt hätte, so hätte der nicht gewußt, wo er sich wehren und gegenwen er (zuerst) Friede machen sollte. Dabei habe der Landgraf den Gesandten „by den. rock" um Mr Zeltspazieren geführt und Bullingers Brief geöffnet, sei aber sofort zu.» Kurfürsten abberufen worden. Wegendes Savoyerlandcs habe der Gesandte sich verantwortet, daß dasselbe nicht d.e Eidgenossenschaft, sondernnur die Berner innehaben. Andere Nachrichten. Der von Hallwyl sei erst heute Abend mit v.er Werdenangekommen und nach Nördlingcn in die Stadt geritten. Er beklage sich, er sei seit vier Wochen abwesendund habe von seinen Herren noch keine Mittheilung erhallen.
10. Oktober. Wie oben. Militärisches. Zu Nördlingen liege auch eine französische Botschaft.
11. October Wie oben; Adresse fehlt. Heute habe der von Hallwyl dem Gesandten aus eine». Briefed-rer von Bern vorgelesen. Zürich habe ihnen abschriftlich eine Missive der protestantischen Stände an d.e v.erStädte mitgcthcilt. weßhalb ein Tag nach Zürich angesetzt worden sc.; auf demselben wolle ...an sich befleißen,
> daß das Vorhaben der Stände gefördert werde. Thon.innni. habe geantwortet, seu.e Herren sewn n.e andersgesinnt gewesen, als de» Feind zu hindern und das christliche Werk zu fördern, was durch das Stlllsttzen dervier Orte in mancherlei Beziehung geschehen sei. Dan» sei der von Hallwyl bc. dem Landgrafen gewesen. Wen»er die vorgelesene unvorgrcifliche Antwort gegeben habe, so stellen sie sich den. Landgrafen gegenüber gleich;er. Thonunann. fürchte aber, der von Hallwyl habe sich i». Anfang etwas zu t.cf eingelassen.
12. October. Wie oben. Kriegsberichte.
12. October Wie oben. Heute Mittag habe ihn. der von Hallwyl gesagt, cs handle sich uu. ein Bündniß">it den. König von Frankreich. Würde dieser vernehmen, daß die vier evangelischen Städte diese». Plangünstig wärm, so würde er sich um so eher in ein Bündnis; einlassen. Da6 habe er „inen zu ertennen undzu bedenken gegeben. Beincbens habe der von Hallwyl heute viel mit de.» Landgrafen verkehrt, und nachdemcr von .hin' zurückgekommen, habe er zu Thomu.ann gesagt, seinen Herren sei die Sache sehr angelegcn.Thoniniann bemerkte das Gleiche mit Bezug auf die von Zürich. Bon Hallwyl fuhr fort, er glaube, wenndie übrigen drei Orte helfen würden, so würden die Berner („sy") schauen. Wie ...an zur Sache thäte, undes wagen. Thommann habe crwicdert, cs sei wohl zu bedenken und d.e neun Orte ...cht zu verachten u»d">»" solle sie nicht zur Partei machen. Von Hallwyl aber habe gemeint, d.e v.er Städte se.cn starker, undsei auf seiner Meinung verblieben. Auf die Frage, was der Landgraf auf die Mittheilung derer von Bern,daß die vier Orte „sich der antwurt bis uf ein angesetzten tag gen Zürich entschlossen", geäußert habe, habevon Hallwyl gesagt, der Landgraf sei gut zufrieden.
12. Oktober. Bern an Hartman» von Hallwyl. Controlc über von ihn. erhaltene Briefe von. 29. Sep-tember aus Bibcrach und von. 3. und 5. October aus de». Lager zu Donauwörth; Verwunderung über dasNichtanlangc» der von Bern ausgegangenen Missive». u. s. W. St. A. Bern- Deutsch Missw-nbu-h E.
12. October. Bern an Wärt in Schaffhauscn. Hartman» von Hallwyl habe berichtet, wie er auf seiner»Hinfahrt" aus den, schiualkaldischcn Lager mit Würt in Betreff Fertigung der hin und hergehenden Briefesich beredet und ihn. diesfalls einiges Geld gegeben habe. Nachdem man ihn „wider hinusgcvcrtigct", klage^ über mangelhaften Empfang der Briefe von Bern und hinwieder gelungen die seinige» langsam dorthin.
^ ^ " Et. A. Bern: Deutsch Misstvenbuch ü, S. Mt-