Decembcr 1546. 729
Hand anzulegen. Als dann der von Prangin von den Mitbürgern der Solothurnür gebeten worden, vorAnstrag des ihm angebotenen Rechts keine Neuerungen vorzunehmen, habe er geantwortet, nachdem ihm dasRecht dargeschlagcn worden sei, hätten die von Soloshurn in drei Tagen einen Obmann aus dem Nathcdes Herrn erwählen sollen; da solches nicht geschehen, so seien sie rechtssäumig geworden, und er sei nun5» den gethancn Schritten besugt und habe auch von seinem Herrn alle Vollmacht. Da nun die Mitbürgerderer von Solothurn im Posseh seien und der von Prangin, ohne sie dessen entsetzt zn haben, daselbstAendernngen vornehmen wollte, so glaube man, er hätte den Obmann bei denen von ^ololhmn nehmensollen und er verstehe somit das Burgrccht nicht richtig. Alan bitte nun den Gesandten von >solothurn,wit den Boten der sechs Orte Raths zu pslcgcn, was gegenüber dem wider alles Rcchtsbot, ividcr dasZwischen Solothurn und dem Herrn von Longuevillc bestehende Vurgrecht und die Freiheiten derer von Landcronu»d Grissach befolgten Vorgehen des von Prangin zn thun sei. Für den Hall, daß die von Solothmnbeim Rechten nicht bleiben könnten, soll der Gesandte die Boten der sechs Orte um getreuem Aufsehen bitten.J »i gleichen Sinne sende man eine Votschaft nach Bern, den Frevel anzuzeigen und zu melden, daß mansich auch bei den Eidgenossen beklagen werde. Was dem Gesandten gcrathen werde, es sei, die Sache vorgemeinen Eidgenossen anzuziehen oder Anderes, dem möge er nachkommen. K. si. Solothurn: M >ss >»enb»ch is4°— >?. r 100.
2) 1546, 9. Dccembcr, Baden. Peter Jmhag und Hans Pastor an Bern. Das Schreiben von Bernwegen der Angelegenheit zu Grissach, berührend den Herrn von Prangin („Bransing"), haben sie am 9. De-«mbcr, uls sie in der Eidgenossen Rath gesessen, erhalten. Gerade vor Ankunft desselben habe der SchultheißSchluni den Handel angezogen, worüber sie „unibel" erschrocken seien, indem sie nichts von der Sache gewußthaben. Sie hätten auf das freundlichste bemerkt, sie wollen ihre Obern berichten. Da sei der Unleivogliü den Rath gekommen und habe den Gesandten den Brief zugehalten. Den haben sie sofort verlesen laßen,habe mit ihrer gegebenen Antwort und wie sie die Sache in den Abschied verlangt hatten, übereingestimmt.Als die Eidgenossen das Schreiben gehört hatten, hätten sie einander angeschaut (die Gesandten wissen nustwarum) und seien dann aufgestanden, um das Mittagessen einzunehmen. Was sich ferner zutragen werde,wisse man nicht. (Neue Zeitung von Zürich). St. A. Vorn: Kirchlich- Ana-l°°-.ch-ite» wro-ro.
Neuenbürg abordnet auf den Tag als Gesandten Jacob Francis.
Missio- B-ruS uu Neucuburg vom Deeember. St. A. B°r„: Deutsch M.ss.o-ubuch /, S. 40°.
Zu «r. 1546, 16. Deccinber. Basel an die Dreizehn zu Straßburg. (Nach andern Mittheilunge».)Auf dem Tage zu Baden seien nur Wneineidgenössische Geschäfte, und wie der Bote berichtet habe, in a erFreundlichkeit verhandelt worden. Die Boten von Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen haben bemebeiww Betreff des Schreibens, welches man wegen des „Verstandes" an den König von Fia»l>uch ei aßuiwollte, wie die von Straßbnrg durch den Panncrhcrrn von Basel wiederholt berichtet wurden, gefunden, essc! dasselbe für dermalen aus allerlei wichtigen Ursachen zu unterlassen. Uebrigens haben sie nut demVotschufter des Königs, dem Herrn von Larrcvier (la Rinierc?) freundlich gesprochen und glau>e», eo wer edieses der Sache nicht unzuträglich sein. Sonst seien genieine Eidgenossen ans d'csim^ogc von Seite deoPapstes, des Kaisers und der Protestirenden nicht besucht und ruhig belassen
Für den Gegenstand der Verhandlung vergleiche man Abschied 15. November (Königsfcldcn).
Zn xx. 1546, 10. December. Baden. Die VII Orte an den Abt Diethelm von St. Gallen. JohannHaab und Dietrich Jndcrhaldcn haben berichtet, wie sie mit Vogt a Pro von Un und Ammann Staubv°'> Zug zwischen dem Abt »nd denen von Appenzell in Betreff der Fälle jener Appenzeller, welche außerhall'ihres Landes sterben, auf dem angesetzten Tag zu Rapperswpl gütlich vc.handelt haben, aber keine vereinbnrung erreichen konnten. Man nehme an, es habe an dem Fleiß der Untcrthädiger nicht gefeh t; d.eAppenzeller seien eben ein hartnäckiges „unverstandenes" Volk und 'vollen auf ihren eigenen Köpfen verharren.Das könnte aber bei diesen bedenklichen Zcitläufen sowohl den. Abt als den Orten schwere Last und großeUnruhe bereiten. Uli, solchem vorzusein und weil die Fälle derjenigen Appenzeller, welche außer ihrer Landtctzi