712
November 1546.
geschickt hoben, um zu erfahren, ob man sich daselbst rüste, was der benannte Späher zu Willisau bekannthabe. Nicht minder sei der Landschreiber von Wangen und Aarwangen nebst einigen Andern zu Nacht hinterSt. Urban nach Pfaffnach (Pfaffnau) geritten, zu erfahren, ob da Rüstungen betrieben werden. Als dieMetzger von Lucern letzthin ab dein Markt von Peterlingen mit Schafen durch die Stadt Bern gefahren,sei einigen derselben von Privatpersonen vorgehalten worden, es sei die genieine Sage, die von Willisauhätten während drei Tagen die Straße gegen Hnttwyl geräumt, damit man ziehen und fahren könne. Hier-auf habe ein Lncerner geredet, man solle der Sache nachfragen, er wolle sich inzwischen ins Gefängnis; begebe»,und wenn sich die Sache als wahr herausstelle, wolle er darum leiden; er wisse aber, daß diejenigen, welchesolches vorgeben, denen von Willisau Gewalt und Unrecht thun, worauf ein Berner erwidert habe, wenn erso etwas des Fernern höre, wolle er die von Lucern verantworten. Uli im Eichholz, ein Lncerner, sei nachseiner alten Gewohnheit nach Zofingen gegangen, um einiges Achcrgeschirr zu kaufen. Da haben einigeBurger daselbst zu ihm geredet, sie wissen, daß die von Willisan gegen Gcptnau (Geilnau) zu einige Häge undZäune abgebrochen haben, und sich geäußert, als ob sie annehmen, er sei als Späher gekommen, worauf sichder Angeredete verantwortet habe, wie es einen; Biedermann zustehe. Ferner soll der Vogt zu Aarbnrg ausder Stadt Willisau einen Brief erhalten haben, des Inhalts, daß man daselbst in großer Rüstung stehe, inder Meinung, die Berner unversehens zu überfallen. Alles das sei denen von Lucern ganz fremd ; würden siein ihren; Gebiete jemand betrete», der solches aussagte, so würden sie ihn so bestrafen, daß in der FolgeAndere sich der Wahrheit bedienen würden. Da denen von Lucern als frommen ehrlichen Eidgenossen anstehe,selbst geringere Reden zu verantworten, und jedermann wisse, daß ihnen mit solchen Reden Unrecht geschehe,da sie bisher Bünde und Landfrieden gehalten haben und solches fernerhin zu thun entschlossen seien, so bittensie die von Bern, solchen Reden keinen Glanben zu schenken, wohl aber, wenn fcrners solche erfolgen sollten, dievon Lucern hierüber zu berichten und dergleichen Mährentrager anzuzeigen, damit man sich an gebührenden Ortengehörig verantworten und jene gebührend bestrafen lassen könne. St. A. Lucmn A. RMgionsstreitiMte» (Copic).
2) Die genannten Gesandten von Bern erhalten unterin 8. November folgende Instruction: Sie sollendenen zu Lucern auf das freundlichste anzeigen, sie seien in; Anschluß an die gewechselten Schreiben vom 17-und 20. September anhergesandt worden, um folgende Eröffnungen zu machen. Der Rath zu Bern habevernommen, es sei in neuerer Zeit der Weg von Willisau auf den; Bodenberg nach Hnttwyl geräumt worden;nicht minder seien anderwärts die Straßen gebessert worden; ein Fuhrmann aus den; Gebiet von Lncer»,der auf den; Wege ins Elsaß zu Aarbnrg mit seinen; Zug übernachtet sei, habe unverhohlen gesagt, seineHerren hätten allen Fuhrleuten in; Lande bei schwerer Strafe verboten, ohne der Obern Wissen und Willenin das Elsaß zu fahren; ihm sei insbesondere auferlegt worden, in zehn Tagen wieder daheim zu sein umeine Büchse zu führen; im Geheimen geschehen Rüstungen und Kriegsgebote. Ans solche und andere „unnütze"Reden, die durch Leute von Lucern verbreitet werden, habe man zwar kein Gewicht gelegt, indem man denEidgenossen von Lucern viel Besseres zutraue, als daß sie nnbewahrt ihrer Ehre, zuwider Bünden und Land-frieden etwas Feindseliges vornehmen würden. Indessen habe ans solche Reden hin, wie nnmentlich jenerFuhrmann sie in Umlauf setzte, der Vogt von Trachsclwald den Christa;; Gödclin „usgeschickt" und die vo»Zofingen Uli in; Eichholz, den Angehörigen derer von Lucern, zu Worten gestoßen. (Von einein Gerede) übereinen Auszug von 700 Mann in der Grafschaft Willisau zu einen; Fähnchen und darüber znn; Panner,auch wegen Ausstellung der sieben schwarzen Fähnchen, wie der Brief von Lucern laute, wisse man zu Bern -nichts, und ebensowenig, daß der Landschreiber von Wangen zu Pfaffnach gewesen sei. Man habe sich auchbei dem Vogt von Aarbnrg über den Brief erkundigt, der ihn; von Willisau zugeschrieben worden sein soll,der aber von einem solchen Briefe gar nichts wissen wolle. Zu Münster im Aargau seien an einem Marktviele Grafschaftsleute von Lenzbnrg beieinander gewesen und hätten in Bonners Wirthshaus gespiesen, tvonach de»; Mahl allerlei geredet worden sei, wie das Reich keinen Wein mehr ins Baierland herab, dagegen„sy" kein Salz heraufgehen lassen. Darauf habe Meister Stoffel, ein Metzger, gesagt, es sei nichts Wahresdaran, er kenne jenen Wälsche» wohl, der dieses Geschrei gemacht habe. Ans dieses habe der Wirth Bonnerdeutlich geredet, es sei auch nichts daran, daß (was?) die von Bern ihren Leuten auf den Landsgcmcinden vor-