Druckschrift 
4,1,d (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1541 bis 1548
Entstehung
Seite
657
Einzelbild herunterladen
 

August 154k.

«57

Wg in Zürich gelegen, habe Zürich denselben auf Anrufen anderer Orte aus der Stadt verwiesen; darninhalte es nun für billig, daß der Obgenannte auch fortgewiesen werde. Die Boteu der V Orte und besondersVW Bircher von Lucern ermiedcrn, sie haben von genanntem Schreiben und Schelten kein Wissen gehabtoad nehmen an, daß es ihren Herren nicht gefalle; sie wollen nun Abschriften des gemeinen Brevc s in den^schied nehmen, t. Hieronymus Frank übergiebt das erwähnte Vreve sammt einer wälschen (italienischen?)tiopie des Bundes, den der Papst mit dem Kaiser geschlossen, und begehrt Antwort auf seinen letzthin gehal-ten Vortrag. Es sei jedem freigestellt, in jene,: Bund einzutreten. Da viele christlichen Potentaten ihre^'lehrten auf das Concilium in Trient geschickt haben, so möchten auch gemeine Eidgenossen es besuchen;loenn etwa Zürich, Bern, Basel oder andere Orte besorgen, daß ihre Gelehrten nicht mehr heimkehrenbürden, solöge man seine Person als Pfand einstellen, wohin man wolle, und würde er zu gering geschätzt,sch verspreche er, daß der Papst andere angesehene Personen zu Pfand geben werde. Darauf erwiedernZürich. Bern, Basel und Schaffhauseu'fast übereinstimmend, weil der Papst sie in seinem Schreibenlo höchljch schelte, und in seinem Bunde mit dem Kaiser deutlich genug gesagt sei, daß er ihnenden^ mi den Bauch setzen" wolle, so gebühre sich nicht, daß sie ihm antworten. Sie werden auch dastncilium von Trient nicht besuchen, weil es allein von dem Papst regiert und nicht nach der kaiserlichenZusage laut der Ncichsabschiede gehalten werde. Sei dem Papst daran gelegen, mit ihnen zu reden, so mögeu seine Gelehrten zu ihnen schicken; wenn dann dieselben ihre Gelehrten mit der hl. Schrift eine» AndernAchten, so werden die Obrigkeiten handeln, wie sich gebühre. Lucern, Schweiz, Zug, Freiburg, Solo-und Appenzell halten nicht für nöthig, das Concilium zu beschicken, weil mau höre, daß es aufborheiligen verschoben sei; sie wollen in gegenwärtiger Zeit auch kein neues Bündniß ausrichten. Uri'"bchte bei dein Glauben bleiben, der in den alten Concilienaugesehen" (festgesetzt) worden; darumblinke seinen Herren auch nicht vonnöthen, jemand ans das Concilium zu schicken; wenn aber der Papst^ von Gehorsams wegen fordere, so habe der Bote zulosen", ob man zwei oder drei Boten und die^"laten dahin weisen wolle; auch Uri möchte zu dieser Zeit weder mit den: Kaiser noch mit dem PapstBündnis; abschließen. Desgleichen hält Nnterwalden für überflüssig, jemand auf dieses Conciliumö" schicken, weil es bei dem seit vielen Jahrhunderten hergebrachten Glauben zu bleiben wünsche; weil aber^rich anerboten habe, sich durch Concilien eines Bessern belehren zu lassen, so bitte Nnterwalden, daß ess°'"° Gelehrten dahin sende;denn so das Concilium mit dein schwert erhalten", so müßten sie (Zürich)Zweifel von seiner Religion wegen Antwort geben. Nnterwalden will übrigens mit dem Papst undKaiser kein Bündniß machen. Der Bote von Glarus hat nur Auftrag anzuhören, was der andern^ Wille und Meinung sei. Nach diesen Instructionen und nach Verhörung des Breve's betreffend de.;Vund wird der päpstlichen Gesandtschaft erwiedert, man habe ungleiche Befehle und könne sich jetzt noch nichtEwigem wolle aber die Sache in den Abschied nehmen. Der kaiserliche Gesandte, Johann Muschet,Vsenningmeister zu Dole, begehrt Autwort auf seinen früher gehaltenen Vortrag. Zürich, Bern, Basel undUffhausen erklären, sie wollen ihrerseits die Erbcinung treulich halten und sich des gegenwärtigen Krieges"rchaus nicht beladen. Da sie aber aus den; Breve und den; Bund, den der päpstliche Gesandte eingelegt,^5"'' daß es gelte, ihre Religio,; in; ganzen deutschen Lande mit den; Schwert zu vertilge» und zu unter-so haben die Boten Auftrag, eine Antwort zu verschieben, bis sie über Alles in; Reinen seien;bitten und begehren sie, die Sache auf den nächsten Tag zu weisen, damit inzwischen alle Obrigkeitenvorhandenen Berichte erwägen können. Die übrigen neun Orte eröffnen dagegen folgende Antwort:

83