August 154K.
leid; man werde keiu ivälschcs Volk wider die deutsche Nation durch die Eidgenossenschaft ziehen lassen; inBetreff des Begehrens von Hülfe um gebührlichen Sold nehme man an, sie seien mit Kriegsvolk so versehen,sie dieser Hülfe nicht bedürfen; deswegen und da man den Angehörigen verboten habe, fremden HerreniWziehen, wolle man es hiebet bleiben lassen, und sei diesfalls eine weitere Antwort unnöthig. «t. lieberde« Vortrag der päpstlichen Botschaft auf dem Tag der Jahrrechnung, das Schreiben des päpstlichen Ge-lniidten an die Obrigkeiten, datirt von Lucern auf St. Jacobs Tag (25. Juli) und die Copie eines päpst-lichen Breves haben die Obern großes Befremden empfunden. In diesen Schriften werdeil sie nämlich denTürken »nid Ungläubigen gleich gestellt lind Ketzer gescholten. Deßhalb wolle man auf dieses Schreiben nichtsantworten. Wenn dein Papst etwas anliege, so möge er seine Botschaften an jedes Ort schicken; da werdea>an ihm gebührende und genügende Antwort ertheilen. Das angesetzte Concil bedünkt die Obrigkeiten „ganzverdachtlich, ungelegen und partiisch" und wider die Zusagen des Kaisers angeordnct. Wenn die übrigenEidgenossen über das Ausbleiben der evangelischen Orte ungehalten sein sollteil, so soll man ihnen die vondk» Gelehrten derer von Zürich verfaßte Antwort, von welcher jeder Bote eine Abschrist hat, vorlegen.
Die Obrigkeiten bedauern sehr, daß Gesandtschaften, welche sich solcher Schinachreden bedienen, in welchemTrt es immer sei, Aufenthalt finden, indem dieses dem Landfrieden entgegen ist, der bisher von den evan-llrlischen Orten gehalten wurde und ferner beobachtet werden wird. In der Meinung, diesem geschehe auchvo» den andern, nimmt man an, daß solche Schmähcr und Schänder bestraft und verjagt und denen, welchelüiistig herkommen, kein Gehör, Platz noch Aufenthalt gegeben werde, zumal auch die Bünde ausdrücklichv°rschreibe>l, daß kein Ort Feinden und Widerwärtigen des andern Aufenthalt geben solle. Wenn man"Millich die Practiken, Werbungen, Vorträge und Handlungen des Papstes näher betrachtet, so sieht man,doß sie unter dem Schein des Friedens aus Zwietracht, Aufruhr, Krieg und gänzliches Verderben gerichtetstnd. Dieses zu begründen wird auch am Platze sein, auszuführen, wie der Botschafter des Papste^, Hiero-nymus F^nk, vor ungefähr anderthalb Jahren zu Rom zu einigen Personen aus der Eidgenossenschastsetzet hat, die Eidgenossenschaft müsse innerhalb eines Jahres einen Herrn haben und es werde dieses ohneeinen Schwertschlag erfolgen, woraus zu entnehmen ist, daß dieser Frank den Schaden Aller anstrebe.^ Sollte in Betreff der „hievor gcschribnen Sachen" kein Anzug geschehen und keine Antwort gefordert ,verde»,so wollen auch die evangelischen Orte diesfalls nichts vorbringen. K» Die Obrigkeiten haben es übel anf-g°'w,mnen, daß die nenn Orte andeuten, sie wollen vielleicht wälschem Kriegsvolk gegen die deutsche Nationdm Paß durch die Eidgenossenschaft gewähren. Man hat seit einigen Jahren an Deutschland erfahlen, daßd'°ses Volk weder Feind noch Freund verschont. Man soll daher auf dem künftigen Tag zu Badeil bestrebt^m, daß ein solcher Durchpaß nicht bewilligt werde, in der Hoffnung, die neun Orte werden sich dieses, weil"" Vortheil Aller liegend, ebenfalls gefallen lassen. I». In Betracht der gefährlichen Zeitläufe dünkt die^sandten höchst nöthig, zumal es sich hauptsächlich um den Glauben handelt, von den übrigen Orteil""eil endlichen Bescheid darüber zu erhalten, wenn ein oder mehrere Orte oder die Zugewandten an Land°der Leuten, wie immer das käme und von wem immer es wäre und um was es wäre, nichts aus-kommen, angegriffen würden, ob man dann einander mit Darstrcckung Leibs, Ehren, Guts und Blutsköstlich zusetzen und gemäß der Bünde und des Landfriedens einander Hülfe, Rath, Schutz und Schirm^währen wolle. Wenn von den übrigen Orten dieses zugestanden wird, wolleil die evangelischen dieses eben-zusagen und halten. Zu welcher Zeit dieser Anzug geschehen soll, ob vor oder nach der Berathung derg" die Gesandten zu ertheilenden Antwort, bleibt dem Ermessen der Boten überlassen. Dabei sollen dieselben