576
December 1545.
Bedürfnissen zu nnterstützen. 6. Die Festungswerke zu besuchen halten die Gesandten für unnöthig; es ff!sonst ersichtlich, was der Stadt an Nertheidigungsmitteln gebreche; die Gesandten hoffen, ihre Obern werdenHauptleute hinschicken, welche im Geheim für die Vertheidigung der Stadt Anleitung geben. Würde dieStadt Genf belagert, so würde man nebst der Hülfsmannschaft der Stadt annoch 2000 Mann zur Ver-fügung stellen und zwar zuverlässige Leute («^«ns landlos»). Müßte Genf Hülfe geleistet werden, so würdeman mit solcher Macht erscheinen, daß man hoffen dürfe, mit Gottes Hülfe bestehen zu können. 7. Betreffenddie Aufnahme der Vögte, Prädicanten und zuverlässiger («landlos») Leute ab dein Lande und ihresEigenthums in der Stadt sei man einig. 8. Die von Peney, deren Namen den Obern der Gesandteil genanntwerden, werden die von Bern von ihrem Gebiete ausschließen. 9. Es werde am Platze sein, einen Vorrathvon Salz zu beschaffen; ferner, daß die von Bern einen Hauptmann hinsenden, um die nöthigen Vorkehrenzu beratheu. Im Falle der Noth sollen nicht bloß die Leute von St. Victor und Chapitre an den Stadt-gräben arbeiten, sondern es wird jeder das Seiuige leisten müsse». Sie verlangen, daß hierüber ein Abschiedgefertigt werde. Für den Fall, daß eine Bresche geschossen würde, soll ein Vorrath von eichenen Pfählen bereitsein. VI. (8. December.) Die geheimen Näthe berichten dem Rath über die zwischen den Gesandten von Veraund ihnen gepflogene Bcredniß; auf den letzten Vortrag der Gesandten sei keine Erwiederung erfolgt, weilman vorerst den Rath in Kenntnis; setzen wollte. Der Gegenstand wird zur weitern Verhandlung den ff»'das Besestigungswesen und die geheimen Angelegenheiten Bezeichneten überwiesen. VII. (Gleichen Tags-)Die Sindiken und die Geheimen beschließen auf die letzte Vernehmlassung der Gesandten von Bern folgendeAntwort: 1. Die Befestigungsarbeiten sollen fortgesetzt werden; betreffend diesfällige Mithülse Seitens derLeute von St. Victor und Chapitre erwarte man die Antwort derer von Berit. Man nehme an, sie werde»im Nothfalle nicht nur die genannten, sondern auch ihre eigentlichen Unterthanen («lour inosmos sujots»)zur Mitwirkung anhalten. 2. Die Geschütze verlangten die Gesandten von Bern nicht zu besichtigen. 3. DerBestand der Munition soll auf ungefähr 100 Zentner Pulver angegeben werden; mit Steinen sei man a»^hilllänglich versehen, in Betracht, daß solche täglich noch beschafft werden; es fehle nur noch an Kohle»,Salpeter, Schwefel und dergleichen. 4. In Betreff von Gaillard ist nichts zu beschließen, da die von Ver»es befestigeil und bewachen wolleil. 5. Iii Betreff der Maucrwerke der Bastei werden die Gesandteil au ih»Obern berichten; man erwarte, es werden dieselben denen von Genf überlassen. Mit der weitern Verfolg»»bder Augelegenhcit wird Defosses beauftragt. 0. In Betreff der Kundschafter erwartet man, daß die eil»»und andern ihrer Pflicht nachkommen. 7. In Betreff der Schiffe solleil beide Theile das Ihrige thun, d»»^man den See beherrschen kann. Tie zwei Schiffe ivilt man herstellen, nebst einem Corsär; es soll diesfallsmit Pierre Vernez geredet werdeil. 8. Das Anerbieteil derer von Bern, Hauptlcute zu senden, welche d»Festungswerke untersuchen und Anleitung für die Vertheidigung der Stadt geben, wolle man Hilter der Vt-dingung annehmen, daß sie nichts ohne den Willen und die Zustimmung des Generalcapitäns lind ff»»^Nathes vornehmen. 9. Die Gesandten meinen, es seieil nebst der Mannschaft von Genf noch weitere 2000 zwverlässige Mann erforderlich. In dieser Beziehung soll auf die großen Lasten, welche Genf schon ertragthat und noch erträgt, hingewiesen lind mit den Gesandten geredet werden, daß die bezüglichen Kost^voil denen voll Bern getragen werden, in Betracht, daß die benannte Mannschaft auch zum Schutze ihn'sLandes dienen würde; ferner sollte dann diese Mannschaft den Befehleil unterstellt sein, die von den H»»^leuteil voil Beril, dein Capitängcneral und ihrem Nathe ausgehen und sich der Gerichtsbarkeit vonunterziehen. 10. In Betreff der für den Fall einer Belagerung Genfs in Aussicht gestellten weiter» Hu ff